Thomas Totzauer wird aufgefordert, ein neuesWohngebiet auszuweisen.

Schöngeising

Am Tropf der Einkommensteuer

Einstimmig hat der Gemeinderat den Haushalt für 2017 verabschiedet. Er beinhaltet als größten Ausgabenposten den Kinderhausanbau, in den mit einer Million Euro zwei Drittel des Vermögenshaushalts fließen. 

Schöngeising – An zweiter Stelle steht die Errichtung von Parkplätzen und der Umbau der Bahnhofstraße mit 250 000 Euro. Zusammen haben Verwaltungs- und Vermögenshaushalt ein Volumen von rund fünf Millionen Euro.

„Erfreulich“ entwickelt sich laut Bürgermeister Thomas Totzauer (FW) die Einnahmensituation. Allerdings hänge die Gemeinde „am Tropf der Einkommensteueranteile“. Fraktionskollege Thomas Betz (FW) forderte in diesem Zusammenhang die Ausweisung eines neuen Wohngebiets. Zum einen, um dem Siedlungsdruck Rechnung zu tragen. Zum anderen, um die Einwohnerzahl und damit auch die Einkommensteuereinnahmen zu erhöhen. Dank des neuen Gewerbegebiets, das seit einer Woche komplett verkauft ist, dürfte auch die Gewerbesteuer ansteigen.

Geld braucht die Gemeinde unter anderem für das geplante, wenn auch nicht gänzlich unumstrittene Gemeinschaftshaus. Totzauer möchte im laufenden Jahr eine verlässliche Planung samt aktueller Kostenschätzung erstellen lassen und am liebsten 2018 mit der Realisierung beginnen. Angesichts der günstigen Zinsen wäre es in seinen Augen „fahrlässig“, das Projekt nicht mit Nachdruck zu verfolgen. Demnächst soll ein Ausschuss gebildet werden, der die nächsten Schritte vorbereitet. Gebremste Reaktionen kamen aus der CSU-Fraktion. Anton Schmölzl möchte zunächst die Bürger nach ihren Wünschen befragen. Gabriele Kuhnke warnte, die im Raum stehenden Kosten von 2,8 Millionen Euro seien womöglich zu niedrig angesetzt. „Wir müssen den Bürgern sagen, dass die Finanzierung eventuell nicht gegeben ist, und was das für Konsequenzen haben kann.“

Ein weiteres kostspieliges Projekt wäre eine 600 000 Euro teure Fußgängerbrücke über die Amper. „Das ist im Moment nicht darstellbar“, so der Bürgermeister. 5000 Euro für die Planung wurden aber in den Haushalt aufgenommen. Außerdem sollen die Chancen auf Fördergelder abgeklopft werden.

Neu kalkuliert werden sollen die Friedhofsgebühren. Sie sind seit 2006 unverändert und nicht mehr kostendeckend. In anderen Bereichen, etwa bei der Grundsteuer, müssen die Bürger aber vorläufig keine Erhöhung befürchten. Die Gemeinde ist schuldenfrei und verfügt über Rücklagen in Höhe von 1,9 Millionen Euro. Für 2019 und 2020 wird möglicherweise eine Kreditaufnahme angepeilt – nicht zuletzt zur Finanzierung des Gemeinschaftshauses. (os)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kreisverkehr wird eine Nacht lang gesperrt
In Germering wird eine der wichtigsten Straßen der Stadt gesperrt: Der Kreisverkehr im Gewerbegebiet Germeringer Norden ist von Donnerstag, 28. September, 20 Uhr, bis …
Kreisverkehr wird eine Nacht lang gesperrt
In Germering öffnet eine neue Tagesstätte für psychisch Kranke
Die Tagesstätte „Rückenwind“ der Caritas Fürstenfeldbruck gibt es seit 1998. Das Angebot richtet sich an psychiatrieerfahrene und erkrankte Menschen mit ärztlicher …
In Germering öffnet eine neue Tagesstätte für psychisch Kranke
Jubel über den Spatenstich für die Offene Ganztagsschule
Ab dem Schuljahr 2018/19 gibt es in Grafrath eine Offene Ganztagsschule. Der Startschuss dafür wurde mit dem Spatenstich für den Anbau ans Schulhaus gegeben.
Jubel über den Spatenstich für die Offene Ganztagsschule
Kostenexplosion bei Abriss der Ährenfeldschule
Entsetzen und Empörung im Sonderausschuss für Bauvorhaben in Gröbenzell: Der Teilabriss der Ährenfeldschule ist wesentlich teurer geworden als geplant. Statt 188 000 …
Kostenexplosion bei Abriss der Ährenfeldschule

Kommentare