Unabhängig vom Alter gemeinsam anpacken, so wie hier im Jahr 2017, als das letzte Mal ein Maibaum in Schöngeising aufgestellt wurde. 

Schöngeising

Ein Maibaumverein für Jung und Alt

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Ein neuer Verein formiert sich in Schöngeising. Er wird sich einzig und allein einem Thema widmen: dem Maibaum.

SchöngeisingAlle drei Jahre wird in der Ampergemeinde ein Maibaum aufgestellt. An der dazugehörigen Feier nehmen viele Bürger gerne teil. Doch die Zahl der Helfer, die sich im Vorfeld um die Organisation und vor allem um die Vorbereitung des Traditionsstangerls kümmert, schrumpft zusehends. „Es herrscht der Irrglaube, das sei eine Sache der Landjugend“, berichtet deren Vorsitzender Toni Hörger. Doch das Maibaumaufstellen ist kein Vereinszweck der Landjugend, auch wenn deren Mitglieder in der Vergangenheit immer wieder mit anpackten.

Es fehlen Helfer

Unterm Strich sind es zu wenige Leute, die sich kümmern, stellt Hörger klar. „Uns fehlen Helfer, und zwar massiv.“ Deshalb hat der 26-Jährige den Anstoß zur Gründung der Maibaumfreunde Schöngeising e.V. gegeben. Er hat die rechtlichen Rahmenbedingungen mit Hilfe eines Fachanwalts für Vereinsrecht geklärt und wäre auch bereit, sich zum Vorsitzenden wählen zu lassen.

Dass die Idee im Dorf gut ankommt, zeigte sich bei einem ersten Treffen im Juli, zu dem 44 Interessierte kamen. „Wir möchten mit dem Maibaumverein alle Bürger ansprechen“, betont Hörger. „Jeder darf sich beteiligen, egal ob alteingesessen oder neu zugezogen, und egal, in welchem Alter.“

Solange viele Bürger dachten, die Landjugend sei für das Maibaumaufstellen zuständig, hätten sich viele schon aus Altersgründen ferngehalten. „Schon 30-Jährige fanden sich zu alt.“ Hörger hofft, dass der Maibaumverein ein Umdenken bewirken kann.

Nächstes Jahr wird ein Baum aufgestellt

Die Vereinsgründung kommt im richtigen Moment – im nächsten Jahr wird ein neuer Maibaum aufgestellt. Die Vorbereitungen starten bereits im Herbst, sie sind in Schöngeising aufwendiger als in anderen Orten. Das Traditionsstangerl wird unter anderem mit Puppen in handgenähten Kleidern, selbst gemachten Fähnchen und einer gewundenen Girlande aus Tannen- oder Fichtenzweigen geschmückt. „Das ist fünfmal so viel Arbeit wie anderswo“, sagt der Elektromeister und angehende BWL-Student Hörger.

Zur Tradition gehören auch ein Festakt mit Tänzen und der Auftritt des sogenannten Maibaumsepps – eine Rolle, die jedes Mal neu besetzt wird. Wer sie übernimmt, muss ein gutes Gedächtnis haben: Denn der Maibaumsepp trägt auswendig einen mehrseitigen Prolog vor, den der einst in Schöngeising ansässige Musiker Heinrich Scherrer verfasst hat.

Gründungsversammlung

ist am Mittwoch, 11. September, ab 19.30 Uhr im Schützenheim.

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