Der Jexhof startet durch

Frühjahrsputz im Bauernhofmuseum

Mit 26 300 Besuchern gehörte das Bauernhofmuseum Jexhof im vergangenen Jahr zu den 20 Prozent der meist besuchten Museen in Deutschland. Klar, dass der antike Hof und das Museum da nicht verstaubt wirken dürfen. Also wurde vor der Eröffnung der Saison gründlich geputzt.

Schöngeising – Nicht nur die Innenräume, auch der Außenbereich wurde in mühsamer Kleinarbeit auf Vordermann gebracht. Neue Besen kehren gut, sagt das Sprichwort. Das wissen natürlich auch die Mitglieder des Fördervereins Jexhof. Und deshalb wurden trotz der Massen an alten Gerätschaften natürlich auch moderne Methoden angewendet.

Der Staubschicht im denkmalgeschützten und liebevoll eingerichteten Wohnhaus rücken ein dutzend fleißige Helfer nicht nur mit Kehrschaufel, Schubkarre, Rechen und Putzlappen zu Leibe. Auch ein Staubsauger kommt bei den Holzfußböden zum Einsatz. Um den Wintermief endgültig auszutreiben werden die Fleckerlteppiche außerdem ausgeschüttelt und die Betten gelüftet. Sorgfältig wird auch jedes Nachthaferl abgestaubt.

Marille Musolff packt ebenfalls mit an. „Ich bin ja selbst auf einem Hof aufgewachsen und entdecke immer wieder Bekanntes aus der guten alten Zeit“, sagt das Fördermitglied. Zum Beispiel den Fliegenfänger aus Glas, der auf einem Fensterbrettl in der Speisekammer steht und von der Frühlingssonne angestrahlt wird.

Angela Schwarzenberg findet beim Durchsaugen eine tote Maus. Denkt sie zumindest beim ersten flüchtigen Blick. Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich das Gekräusel auf den alten Holzplanken als Teil eines Wespennests. Auch das wird natürlich entsorgt.

Im Stall wischt Barbara Dhondt die Zuggeschirre der Ochsen und Pferde ab. „Ich mach’ das richtig gern“, erzählt sie. Draußen im Hof sind die Männer zu Gange: Sie rechen Laub und sammeln dürre Äste auf. Natürlich packen auch Museumsleiter Reinhard Jakob und der Vorsitzende des Fördervereins Günter Mayr mit an. Zur Eröffnung soll auch der neue Hühnerstall mit Voliere fertig sein.

Auf dem Jexhof werden nicht nur alte Gemäuer, Gerätschaften und Traditionen in Ehren ge- und für kommende Generationen erhalten. Auch fast in Vergessenheit geratene Haustierrassen sollen dort ein Refugium bekommen – zum Beispiel das Augsburger Huhn. Hans Machnitzke und Hannes Hirschberger sind handwerklich geschickt und schrauben und tackern am neuen Hühnerstall, was das Zeug hält. „Wir packen gerne mit an“, sind sich die beiden einig. Villa Kikeriki heißt der Stall für die fast ausgestorbene Hühnerrasse. Samt Schutz vor Marder und Fuchs kostet er 25 000 Euro. 10 000 davon übernimmt der Landkreis Fürstenfeldbruck.

Der Frühjahrsputz im Bauernhofmuseum hat allen Spaß gemacht. Aber er war auch ein schweißtreibendes Tagwerk. Die zünftige Brotzeit danach haben sich die Helfer redlich verdient. (akk)

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