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Bürgermeister Thomas Totzauer (FW) wartet im Sitzungssaal auf die neuen Gemeinderatsmitglieder.

Nach der Kommunalwahl

Fünf Neulinge im Schöngeisinger Gemeinderat

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Wenn der Schöngeisinger Gemeinderat im Mai in die nächste Sitzungsperiode startet, nehmen fünf neue Mitglieder am Ratstisch Platz. Barbara Lackermeier, Gerhard Jilka und Christian Dawid bilden die Fraktion der Grünen, Philipp Schneider sitzt auf der Seite der Freien Wähler und Jürgen Kollmer ist der Dritte im Bunde der CSU.

Schöngeising– Sofern man Theatergänger ist, kennt man Gerhard Jilka (Grüne)aus der regionalen Kulturszene: als Darsteller in der Neuen Bühne Bruck. Fans von Fernsehkrimis könnten ihn in Gastrollen im Münchner „Tatort“, bei den „Rosenheim-Cops“ oder „Hubert und Staller“ gesehen haben. Mindestens ebenso gefragt wie Jilkas Gesicht ist seine Stimme – der 58-Jährige ist ein vielseitiger Synchronsprecher, bekannt unter anderem aus „Game of Thrones“ oder Disney-Filmen. „Schauspieler wird man nicht, Schauspieler ist man“, sagt Jilka auf die Frage nach seinem Werdegang. „Ich war schon in der Schule der Klassenkasper.“ Eine professionelle Ausbildung hat der gebürtige Nördlinger trotzdem genossen, allerdings erst mit Ende 20. Zuvor schlug er sich in München mit diversen Jobs durch, war Vertreter für Autoteile, Taxifahrer und Discjockey. Politisch engagiert sich der Vater eines Sohnes seit dem Artenschutz-Volksbegehren. Damals ging er in Schöngeising von Tür zu Tür und warb um Unterschriften – die Gemeinde lag später mit der Zahl der Unterstützer landkreisweit vorn. Im Gemeinderat will Jilka sich für ökologisches Bauen stark machen, für mehr Photovoltaikanlagen auf privaten und öffentlichen Dächern, gegen zu viel Flächenversiegelung und für eine nachhaltige Energieversorgung des geplanten Gemeinschaftshauses.

Letztgenanntes Projekt war für Jilkas Lebensgefährtin Barbara Lackermeier (Grüne)der Startschuss für das politische Sich-Einmischen-Wollen. Als Kulturmanagerin – seit 2016 in den Diensten der Stadt Kaufbeuren – bringt sie viel Fachwissen und gute Kontakte für die kulturelle Nutzung des Gebäudes mit. Außerdem will die 48-Jährige sich für ein Schöngeisinger Klimaschutzkonzept einsetzen und mehr Angebote für Jugendliche schaffen. Dass hier Bedarf besteht, bekommt sie über ihren 13-jährigen Sohn hautnah mit.

Anliegen junger Menschen

Um die Anliegen junger Menschen geht es auch Philipp Schneider (FW). Er ist selbst einer von ihnen – mit seinen 27 Jahren wird der Bürokaufmann und Buchhalter der Jüngste am Ratstisch sein. Am Herzen liegt ihm unter anderem die Schaffung von bezahlbaren Mietwohnungen und Bauplätzen im Einheimischenmodell, „damit junge Leute im Ort bleiben können“. Schneider selbst wohnt aktuell in einer WG, engagiert sich bei der Landjugend, ist Zweiter Vorsitzender der Maibaumfreunde, spielt Theater und besuchte als Mitglied im Lallio-Verein schon mehrmals die italienische Partnergemeinde Schöngeisings. Gerade die Lallio-Freunde ringen um Nachwuchs. Junge Leute für das Vereinsleben zu begeistern, ist eines der erklärten Anliegen Schneiders.

Jürgen Kollmer (CSU) hat vor zehn Jahren in der Amper-Gemeinde nach vielen berufsbedingten Umzügen sein endgültiges Zuhause (wieder)gefunden. Der Bundeswehrsoldat lebte mit seiner Familie bereits von 1979 bis 82 in Schöngeising. Vom Amt für Flugsicherung in Frankfurt kam er zum Landeskommando Bayern, nächstes Jahr wird der 61-Jährige pensioniert. Ähnlich wie Barbara Lackermeier treibt auch Kollmer das Gemeinschaftshaus um. Bau und Betrieb sollen finanziell „auf soliden Füßen stehen, damit die Vereine nicht über Gebühr belastet werden“, sagt der Vater zweier erwachsener Kinder mit Blick auf die zu erwartenden Nutzungsgebühren. Außerdem möchte er sich für die Senioren im Ort einsetzen, den Glasfaserausbau und eine nachhaltige Energieversorgung vorantreiben. Sein Ziel ist es, „wo immer es möglich ist, schnellstmöglich auf fossile Brennstoffe zu verzichten“.

Hier ist er sich einig mit Christian Dawid (Grüne). Ihm geht es neben effizienter Energieerzeugung auch um Einsparungen. Der 48-jährige IT-Manager – gebürtig aus Bruck, seit 2008 in Schöngeising und Vater zweier Töchter – denkt dabei unter anderem an Gebäude--Isolierung, Verkehrsberuhigung, eine Stärkung des Fahrradverkehrs und einen Ausbau des ÖPNV. Die vorhandenen Angebote seien zwar schon recht gut, „aber man kann ja immer noch etwas verbessern.“

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