Die massive Nagelfalle wurde von der Polizei als Beweisstück sichergestellt. 	foto: polizei
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Die massive Nagelfalle wurde von der Polizei als Beweisstück sichergestellt.

Trampelpfade mit Nägeln präpariert

Hinterhältige Attacke auf Trail-Biker: „Wenn man da reinsteigt, kommt der Nagel aus dem Fuß wieder raus“

  • Tobias Gehre
    vonTobias Gehre
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  • Thomas Steinhardt
    Thomas Steinhardt
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Im Wald zwischen Biburg und Schöngeising im Landkreis Fürstenfeldbruck haben Unbekannte mehrere Trampelpfade mit Nägeln präpariert.

Update am 31. März: Biburg/Schöngeising – Der Streit schwelt seit Jahren: Mountainbiker düsen auf teils selbst angelegten Wegen durch den Wald, Jäger und Naturschützer kritisieren die Schäden an Fauna und Flora. Jetzt scheint die Auseinandersetzung zu eskalieren. Unbekannte haben auf einem Trampelpfad im Wald zwischen Biburg und Schöngeising Nagelfallen ausgelegt. Die Polizei ermittelt.

Christian Schwarzmann konnte es kaum fassen. Bei einem Spaziergang fand er auf einem Trampelpfad Bretter mit eingeschlagenen Nägeln. Das Perfide: Die Köpfe waren abgeschnitten, die hervorstehenden Stahlbolzen vorne angespitzt. „Wenn man da reinsteigt, kommt der Nagel oben aus dem Fuß wieder raus“, sagt Schwarzmann.

Der 46-Jährige kennt die Gegend wie seine Westentasche. „Ich bin in der Nähe aufgewachsen“, sagt er. Bei dem Trampelpfad handle es sich um einen zugewachsenen Waldweg – und nicht um einen von den Bikern angelegten Trail. Die Wege seien stark frequentiert. Neben Mountainbikern seien dort auch Wanderer und Familien unterwegs. Man wolle sich gar nicht vorstellen, was passiere, wenn ein Kind in eine der Nagelfallen stürze. „Das ist kein Spaß mehr“, sagt der 46-Jährige.

Deshalb schritt Schwarzmann auch selbst zur Tat, holte eine Zange und entschärfte die Nagel-Waffen. Anschließend informierte er die Polizei.

Die ermittelt jetzt. Auch die Beamten sind überzeugt, dass sich die Attacke gegen Mountainbiker richtet. Vor allem seit Beginn der Corona-Krise nutzten die Radler vermehrt die Wälder entlang der Amperleite. An einigen Stellen seien regelrechte Trails geschaffen worden – mit Sprungschanzen und Steilkurven. „Diese Art der Waldnutzung ist natürlich verboten, ebenso rechtswidrig sind aber die Nagelfallen“, erklärt der stellvertretende Leiter der Fürstenfeldbrucker Inspektion, Michael Fischer. Ein aufgeschlitzter Fahrradreifen könne zu schweren Stürzen mit bösen Verletzungen führen. Ebenso könnten sich Spaziergänger oder Wildtiere an den kaum sichtbaren Nägeln schwer verletzen. (tog/st)

Ursprünglicher Artikel, 30. März: Fürstenfeldbruck - Auf mehreren Pfaden quer durch den Wald wurden zugeschliffene Nägel in Wurzeln eingeschlagen und an manchen Stellen sogenannte Nagelbretter bereitgelegt, berichtet die Polizei. Offensichtlich richte sich die Nagelattacke gegen Mountainbiker, welche verbotener Weise quer durch die Wälder fahren.

Corona in Fürstenfeldbruck: Mountainbiker nutzen vermehrt Wälder - Nagelfallen ausgelegt

Seit Beginn der Corona Krise nutzten Mountainbiker vermehrt die Wälder entlang der Amperleite, an einigen Stellen wurden regelrechte „Trails“ mit Sprungschanzen und Steilkurven angelegt. Diese Art der Waldnutzung sei natürlich verboten, ebenso rechtswidrig seien aber die Nagelfallen.

Ein aufgeschlitzter Fahrradreifen könne zu schweren Stürzen mit bösen Verletzungen führen, so die Polizei. Ebenso können sich Spaziergänger oder Wildtiere an den kaum sichtbaren Nägeln schwer verletzen. Hinweise erbittet die Polizei in Fürstenfeldbruck.

Auch interessant: Auf illegalem Rad-Parcours in Wald: Mann stirbt nach Unfall - Jäger erhebt schwere Vorwürfe. In den vergangenen Wochen haben Unbekannte mehrere Bienenvölker ausgerottet. Immer wieder wurden gewaltsam Kästen aufgebrochen und umgeworfen. Die Besitzer und Hobby-Imker aus Eichenau sind entsetzt über das „brachiale Vorgehen“. Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen FFB-Newsletter.

(Von Thomas Steinhardt)

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