Bürgermeister Totzauer

In Schöngeising

Gemeinschaftshaus für 3,5 Millionen Euro

Heuer soll der Startschuss für das neue Gemeinschaftshaus von Schöngeising fallen. Im Haushalt sind Planungskosten berücksichtigt. Bürgermeister Thomas Totzauer (Freie Wähler) hofft, dass 2019 der Bau startet. Die Gesamtkosten sollen wohl auf 3,5 Millionen Euro gedeckelt werden.

SchöngeisingDas Gemeinschaftshaus war Thema bei den Haushaltsvorberatungen im Finanzausschuss. Aber es ging auch um viele andere Projekte: Der Kinderhausanbau steht vor der Vollendung, die Erweiterung des P&R-Platzes und der Ausbau der Bahnhofstraße sollen im kommenden Jahr abgeschlossen sein – deshalb sei es nun „an der Zeit, das nächste große Projekt in Angriff zu nehmen“, betonte Totzauer.

Ob das Gemeinschaftshaus eine Turnhalle plus Saal umfassen soll oder nur „eine verbesserte Turnhallen-Lösung“ wird, ist offen. In die Planungen sollen Vereine und Bürger miteinbezogen werden.

Der Bürgermeister hofft bis zum Ende des Jahres auf eine fertige Genehmigungsplanung und im kommenden Jahr auf die Baugenehmigung. Als Kostenschätzung stehen drei Millionen Euro im Raum. Um etwas Luft zu haben, schlug Totzauer eine Deckelung auf 3,5 Millionen Euro vor. „Das ist finanzierbar.“

Allerdings gibt es in Bezug auf die Finanzen diverse Unwägbarkeiten. Für den Bau würde die Gemeinde an ihre Rücklagen gehen müssen, die laut Kämmerin Kerstin Heldeisen bis zum Jahr 2021 aufgebraucht wären. Um den Haushalt dann noch ausgleichen zu können, wäre eine Kreditaufnahme von knapp 1,2 Millionen Euro nötig.

Um Zins und Tilgung sowie die Folgekosten des Gemeinschaftshauses tragen zu können, ist Schöngeising auf steigende Gewerbesteuereinnahmen angewiesen. Heldeisen kalkuliert für das laufende Jahr mit 210 000 Euro, für die Folgejahre aber mit einem deutlichen Anstieg um rund 100 000 Euro. Da im Gewerbegebiet auch Wohnraum geschaffen und Zuzug generiert wird, geht Totzauer auch von einem Plus bei der Einkommenssteuer aus. „Ich bin zuversichtlich, dass es funktionieren wird.“

Gerhard Gauck (SPD) sicherte seine Unterstützung für das Gemeinschaftshaus zu. „Ich freue mich sehr, dass wir das in Angriff nehmen.“

Vorangehen soll es auch in Sachen Breitband – dafür sind im Haushalt 75 000 Euro vorgesehen. In den Genuss von Glasfaserkabeln kommen voraussichtlich das Gewerbegebiet und die Kopernikusstraße, da hier die Stromleitungen unter die Erde verlegt werden und man die Breitbanderschließung in diesem Zuge mit erledigen will. Denkbar ist, dass die Gemeinde das Netz als eigenes Unternehmen betreibt und entsprechende Einnahmen damit erzielt. Man werde sich beraten lassen, kündigte der Bürgermeister an.

Im Zuge des Schulneubaus in Grafrath zahlt die Gemeinde an den Schulverband heuer eine Sonderumlage von rund 42 000 Euro. Die Kommune muss laut Totzauer im Anschluss mit einer deutlich steigenden jährlichen Schulverbandsumlage rechnen.

Unklar ist, wie viel heuer für die Mitbenutzung der Kläranlage Fürstenfeldbruck fällig wird – von dort sind laut Heldeisen seit 2015 keine Abrechnungen eingegangen. Man habe ihr aber zugesichert, dass „jetzt nicht alles auf einmal kommt“.

Ebenfalls offen ist, was die Sanierung der Sanitärleitungen im Kinderhaus kostet. Es habe sich herausgestellt, dass die Wasserrohre völlig verkalkt seien, berichtete Totzauer. Wie die Sanierung aussehen soll, wird bald den Gemeinderat beschäftigen.

60 000 Euro sollen in Straßenbaumaßnahmen fließen, unter anderem in eine neue Spritzdecke und Böschung am Holzhausener Berg. Für 20 000 Euro werden voraussichtlich auf dem gemeindlichen Friedhof Urnengemeinschaftsgräber angelegt. Anschließend müssen sich die Bürger wohl auf höhere Kosten einstellen, denn dann sollen die Friedhofsgebühren neu kalkuliert werden. In einer weiteren Sitzung am 10. April wird sich der Finanzausschuss mit dem Stellenplan und den freiwilligen Leistungen beschäftigen, bevor der Haushalt eine Woche später im Gemeinderat verabschiedet wird.(Ulrike Osman)

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