Zahlreiche Banknoten zu 10, 20 und 50 Euro liegen auf einem Tisch.
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Schöngeising rechnet mit steigenden Kosten für das Gemeinschaftshaus. (Symbolbild)

Noch vor Baubeginn

Gemeinschaftshaus: Kosten steigen bereits - Kämmerei rechnet mit einer halbe Million mehr

  • Ulrike Osman
    VonUlrike Osman
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Noch sind die Bagger für den Bau des Gemeinschaftshauses in Schöngeising nicht angerollt. Da zeigt sich bereits, dass der gesetzte Kostenrahmen wohl nicht zu halten ist.

Schöngeising – Die Angebote für die ersten Gewerke – Tiefbau, Rohbauarbeiten und Installation der Grundleitungen – liegen um etwa 15 Prozent höher als erwartet. Die Kämmerei nahm das zum Anlass, gleich die gesamte Kostenschätzung um 15 Prozent heraufzusetzen und ging in einer Sitzungsvorlage für den Gemeinderat von Mehrkosten von 500 000 Euro aus.

Christian Dawid (Grüne) übte angesichts dieser Zahlen heftige Kritik. „Die Kosten waren auf 3,5 Millionen Euro gedeckelt, jetzt sind wir bei vier Millionen – und haben noch nicht mal angefangen zu bauen.“

Bürgermeister Thomas Totzauer (Freie Wähler/FW) erwiderte, dass seit der ursprünglichen Kostenschätzung die Marktpreise gestiegen seien. Eine Punktlandung sei bei einem öffentlichen Bauvorhaben mit eineinhalb Jahren Bauzeit äußerst schwierig.

Es stört mich brutal, dass die Verwaltung alles tut, um das Bauvorhaben in ein negatives Licht zu rücken.

Thomas Betz, Vize-Bürgermeister Schöngeising (FW)

Vize-Bürgermeister Thomas Betz (FW) ärgerte sich ebenfalls, doch seine Kritik ging in Richtung Kämmerei. Er glaube nicht an Mehrkosten von einer halben Million. „Es stört mich brutal, dass die Verwaltung alles tut, um das Bauvorhaben in ein negatives Licht zu rücken“, schimpfte Betz. Totzauer will notfalls die Planung anpassen, damit sie wieder in den Kostenrahmen passt. Er wies allerdings auch darauf hin, dass Schöngeising in diesem Jahr bisher äußerst sparsam gewesen sei. „Wir haben noch so gut wie kein Geld ausgegeben und haben eine Million auf dem Sparbuch liegen.“

Unterdessen hat sich für das Gemeinschaftshaus eine mögliche weitere Geldquelle aufgetan – in Form eines tilgungsfreien Darlehens von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Der Begriff Darlehen ist hier irreführend, denn eigentlich handelt es sich laut Totzauer um eine staatliche Förderung im Rahmen des Bundesprogramms zur Errichtung von effizienten Gebäuden. Das Geld – maximal 350 000 Euro – müsse nicht zurückgezahlt werden.

Um die erforderliche Effizienzklasse zu erreichen, muss die Gemeinde die Planung allerdings nachbessern. Unter anderem müsste eine Lüftungsanlage eingebaut werden. Dadurch entstehen Mehrkosten, die aber, so die Hoffnung, von der Förderung mehr als kompensiert würden.

Der Gemeinderat beschloss einstimmig, einen entsprechenden Antrag zu stellen. Damit geht die Kommune jedoch noch keine Verpflichtung ein. „Wir müssen das Geld nicht nehmen, wenn uns die Mehrkosten zu hoch sind“, stellte Totzauer klar.

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