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Schöngeising

Grabgebühren werden stark erhöht

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Für die letzte Ruhestätte auf dem Gemeindefriedhof müssen die Schöngeisinger ab nächstem Jahr tiefer in die Tasche greifen. Die Grabgebühren sollen zum 1. Januar steigen, um einen größeren Teil der Kosten zu decken, die der Friedhof für den kommunalen Haushalt verursacht.

SchöngeisingIn der Diskussion ging es deshalb nicht um Euro-Beträge, sondern um Prozentzahlen. Anders als zum Beispiel die Wasserversorgung, muss der Friedhof nicht kostendeckend betrieben werden. In den vergangenen Jahren sind die Einnahmen allerdings erheblich hinter den Ausgaben zurückgeblieben – nur etwa 40 Prozent der Kosten wurden durch die Nutzungsgebühren abgedeckt.

Bürgermeister Thomas Totzauer (Freie Wähler/FW) plädierte im Gemeinderat für eine moderate Erhöhung, um eine Kostendeckung von 50 bis 60 Prozent zu erreichen. Mehr solle den Bürgern in seinen Augen nicht aufgebürdet werden. „Eine 100-prozentige Deckung würde eine Verdreifachung der Preise bedeuten. Das ist nicht zumutbar.“

Mehr Deckung bei den Gebühren

Gerhard Gauck (SPD) widersprach. „Wir haben jahrelang zu wenig genommen.“ Man solle deshalb versuchen, mit den Gebühren „in die Nähe der Realität“ zu kommen. Ähnlich sah es Thomas Braumiller (CSU). Er brachte einen Deckungsgrad von 75 Prozent ins Spiel und forderte eine regelmäßige Neukalkulation, um das Defizit nicht wieder über Jahre ansteigen zu lassen. Fraktionskollege Anton Schmölzl warnte allerdings davor, die Gräber zu stark zu verteuern. „Sonst werden mehr Urnenbestattungen kommen.“

Schließlich wurde gegen zwei Stimmen ein Deckungsgrad von 75 Prozent festgesetzt, nachdem 50 und 70 Prozent zuvor mehrheitlich abgelehnt worden waren. Auf dieser Grundlage werden nun die Gebühren neu kalkuliert. Steigen werden die Preise nur für neue Gräber – wer sein Grab schon hat, zahlt weiter die alten Gebühren.

Urnengemeinschaftsgrab

Ein Sonderfall ist das Urnengemeinschaftsgrab, das demnächst zur Verfügung steht. Hier kommen zur Nutzungsgebühr für die 15 Grabstellen die Pflegekosten hinzu, die zu 100 Prozent umgelegt werden sollen. Die Pflege wird eine Fremdfirma im Auftrag der Gemeinde übernehmen – zu einem Preis von voraussichtlich 830 Euro im Jahr, wie Totzauer sagte.

Der Gemeinderat war der Auffassung, dass die Nutzer damit immer noch günstig wegkämen, da sie keinen Grabstein kaufen müssen. „Der kostet ein Vermögen“, wie Monika Stöhr (FW) anmerkte.

Steigen wird auch die Nutzungsgebühr des Leichenhauses, und zwar von 185 auf 230 Euro für 24 Stunden. Gleichzeitig wurde der Benutzungszwang gelockert. Verstirbt jemand im Krankenhaus, in einem Pflegeheim oder einer sonstigen Einrichtung mit Aufbahrungsmöglichkeit, muss der Betreffende nicht für die letzten 24 Stunden vor der Beisetzung ins Leichenhaus gebracht werden. Dieser Passus ist Teil der neuen Friedhofssatzung, die ebenfalls verabschiedet wurde.

Mehr Spielraum bei Gestaltung

In Sachen Grabgestaltung werden die Bürger künftig mehr Spielraum haben. Das betrifft etwa die Größe und das Material von Grabmalen. Moderne Formen wie Grabsteine aus Glas sollen erlaubt werden. „Wir haben die Satzung so weit wie möglich aufgemacht, um mehr Individualität einziehen zu lassen“, betonte Totzauer. Allerdings behält sich die Gemeinde das letzte Wort vor, so dass als unpassend empfundene Gestaltungsideen nach wie vor abgelehnt werden können.

Die neue Satzung verbietet außerdem das Aufstellen von Grabsteinen, die in ausbeuterischer Kinderarbeit hergestellt wurden. Dies ist für die gesamte Wertschöpfungskette nachzuweisen. Untersagt wird auch die Verwendung von Pflanzenschutz- und anderen chemischen Mitteln.

Neu ist die Regelung, dass ein Grab nach der Mindestruhezeit von zehn Jahren in Fünf-, statt wie bisher nur in Zehnjahresschritten verlängert werden kann. Die neue Satzung wurde einstimmig beschlossen und tritt am 1. Januar 2020 in Kraft.

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