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Hexen feiern erste Walpurgisnacht auf dem Jexhof

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Von: Eva Strauß

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Die Hexen der Brucker Perchten.
Die Hexen der Brucker Perchten. © mm

Zweifelhafte Scherze und allerhand Unfug: Das verbinden die meisten mit der sogenannten Freinacht, der Nacht auf den 1. Mai. Doch nach dem Volksglauben kommen in dieser Nacht auch die Hexen zur Walpurgnisnacht zusammen.

Schöngeising – Eine solche wird am Samstag, 30. April, nun zum ersten Mal auf dem Jexhof gefeiert. Klaus Trnka von den Brucker Perchten verrät, was es damit auf sich hat.

Wie ist die Idee entstanden, auf dem Jexhof eine Walpurgisnacht zu feiern?

Mit der Gründung der „Brucker Perchten und Rauhnachtsgsindl“ engagierten sich immer mehr Frauen in unserem Verein, die alle Hexen sein wollten. Rasch waren gleich viele Hexen wie Perchten als Maskenträger dabei. Wir haben derzeit neun Hexenmasken. Die Idee reifte schon lange, den Hexen eine eigenständige Rolle zu geben und eine Walpurgisnacht zu veranstalten.

Was erwartet die Besucher?

Die Besucher dürfen sich auf ein Fest der besonderen Art freuen. Ab 17 Uhr spielt die Schöngeisinger Tanzlmusik zum Tanz in den Mai im Biergarten auf. Ab 18 Uhr tritt die Jugendgruppe des Trachtenvereins Almfrieden Gröbenzell auf. Parallel dazu können Eltern mit ihren Kindern Hexen im Wald erleben.

Klaus Trnka Vorsitzender Brucker Perchten
Klaus Trnka Vorsitzender Brucker Perchten © mm

Inwiefern?

Die Hexen zeigen auf drei Stationen auf dem Klangweg, wie eine Hexensuppe gekocht wird, welche Zaubersprüche es gibt und dass Hexen auch kräuterkundige Frauen waren. Gegen 19 Uhr verlassen die Hexen dann die Stationen und erscheinen erstmals auf dem Jexhof und treiben allerhand Unfug. Drei Wanderburschen spielen die Geschichte vom Geisterwirtshaus aus dem Buch „Sagen und Legenden um Fürstenfeldbruck und Germering“ nach. Und gegen 20 Uhr wird das erste Feuer entzündet. Höhepunkt ist dann der Tanz der Hexen zur Walpurgisnacht ab etwa 21 Uhr.

Findet die Walpurgisnacht auch bei schlechtem Wetter statt?

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Die Wetterprognosen sagen leider leichten Regen voraus. Es kann deshalb zu kurzfristigen Änderungen kommen. Eine Absage ist nicht geplant, allerdings wird das Programm dann in den Innenhof unter das große Vordach und in die Tenne verlegt.

Woher kommt der Brauch der Walpurgisnacht?

Schon unsere Vorfahren feierten am Ende des Winters ein Frühlingsfest. Dabei wurden böse Geister vertrieben, mit Maskentanz und großen Feuern. Die Ursprünge für dieses Fest reichen weit in die Frühzeit zurück. Die Kelten hatten dafür einen Namen: Beltane. „Bel“ bedeutet so viel wie Licht und „Teine“ steht für Feuer. Es war ein religiöses Hochfest, das den Beginn der hellen Jahreszeit symbolisierte. Zu Beginn der Christianisierung vor über 1000 Jahren wurde dieses heidnische Spektakel angepasst. Die heidnischen Riten wurden als Ketzerei angesehen und so entstand bis zum Mittelalter ein Aberglaube, der mit den Hexen in Verbindung gebracht wurde.

Und wie entstand der Name Walpurgisnacht?

In dieser Zeit wurde bereits am 1. Mai die Heilige Walburga verehrt, eine weise Frau und Äbtissin eines Nonnenklosters. Der Name Walpurgisnacht wurde erst im 18. Jahrhundert durch Goethes „Faust“ und seiner Ballade „Die erste Walpurgisnacht“ populär. So entstanden die Sagen und Legenden, wonach sich Hexen auf einem Hexentanzplatz versammeln, um anschließend mit Besen und Mistgabeln zum großen Hexenfest zu fliegen. Der Name Blocksberg wurde schnell zum Begriff für vielerlei Versammlungsorte, wo die Hexen um das Feuer tanzen und sich mit dem Teufel treffen, um dort unaussprechliche Dinge zu tun.

Und welche Bedeutung hatten Hexen in unserer Region?

Es gibt verschiedene Geschichten über Geister, Unholde und Hexen. Der Staffelberg bei Fürstenfeldbruck wird ja heute noch im Volksmund als Hexenberg bezeichnet. Ob sich Hexen je am Jexhof getroffen haben, ist aber ungewiss.

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