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Festakt zum 30-Jährigen

Liebeserklärung an den Jexhof

Es gibt sicher nicht viele Menschen oder Einrichtungen, die sich rühmen können, eine öffentliche Liebeserklärung von Landrat Thomas Karmasin bekommen zu haben. Zu den wenigen gehört ein Museums-Kleinod, das in diesen Tagen sein 30-jähriges Bestehen feiert. „Ich liebe den Jexhof“, bekannte Karmasin bei der offiziellen Geburtstagsfeier.

SchöngeisingUnd der Landrat ist nicht der einzige, bei dem das Bauernhofmuseum Emotionen weckt. Als „spannendes und abenteuerliches Ausflugsziel“ lernte Thomas Totzauer das Wildmoos rund um den alten Schöngeisinger Hof schon als Bub kennen – lange bevor der Jexhof ein Museum und er selbst Bürgermeister der Gemeinde wurde. Umso mehr ist Totzauer heute glücklich und stolz, die Anlage auf seiner Flur zu haben.

Für Dorothee von Bary von der Brucker Bürgerstiftung symbolisiert der Hof die Verlässlichkeit und Sicherheit von Heimat und ist „Vergangenheit zum Anfassen“. Und Uta Lutz, Zweite Vorsitzende des Fördervereins Jexhof, freut sich jedes Mal, wenn sie Kinder mit glänzenden Augen zwischen Bauernhaus und Hühnerstall herumsausen sieht. „Dann weiß ich, dass sich unsere Arbeit gelohnt hat.“

Der Weg vom Baudenkmal zur Begegnungsstätte war nicht leicht, wie Landrat Karmasin erinnerte. Es gab auch Menschen, die die Jexhof-Enthusiasten zunächst als Spinner abtaten. Doch seitdem hat sich viel getan, wie die Zahlen belegen. Aus den zunächst 300 Museumsgegenständen, die der damalige Kreisheimatpfleger Wolfgang Völk gesammelt hatte, sind inzwischen 16 000 geworden. 600 000 Besucher erlebten in den letzten 30 Jahren die Faszination des Jexhofs, es gab mehr als 1000 Veranstaltungen, 40 Sonderausstellungen und fast ebenso viele Publikationen.

„Der Jexhof hat seine Bewährungsprobe längst bestanden und ist erwachsen geworden“, konstatierte Festredner Konrad Bedal, selbst lange Jahre Direktor eines Freilichtmuseums. Zwischenapplaus erhielt er für die Anregung, die Politik möge doch eine sichere Finanzierung des Museums auf Dauer gewährleisten, statt diese immer wieder neu zu erkämpfen.

Die Zukunft des Jexhofs sieht Bedal ebenso positiv wie Museumsleiter Reinhard Jakob. Dies nicht zuletzt dank der Charta, die man sich selbst gegeben hat. Demnach bleibt der Jexhof ein Museum mit eigenem Profil, das beständig daran arbeitet, seine Potenziale zu entwickeln, seine Attraktivität zu steigern und seinen Aufgaben nachzukommen: sammeln, forschen, bewahren, vermitteln. Damit die Sammlung nicht überhand nimmt, soll ein Teil in ein Zwischendepot verlagert werden – ermöglicht durch einen Kreistagsbeschluss, über den nicht nur Jakob froh ist.

Verbreiterung des Wissensangebots und Steigerung der Erlebnisqualität sind zwei Wege, auf denen der Jexhof noch mehr zum Publikumsliebling werden wird, ist der Museumsleiter überzeugt. Zum Bauernhoferlebnis gehören auch die Tiere, die neuerdings auf dem Jexhof leben und die mitnichten als Streichelzoo zu verstehen sind. Bald sollen die Schafe und Hühner Gesellschaft bekommen, wie Uta Lutz ankündigte, und zwar von „echten, schönen Schweinen“. (os)

Fest-Wochenende

Informationen zu den Veranstaltungen finden sich auf www.jexhof.de. Restkarten gibt es an der Abendkasse.

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