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Umweltreferent Markus Pröll war richtig sauer.

Gerät brummt

Luftwärmepumpe im Kinderhausanbau: Nachbarn fürchten Lärm

Die Luftwärmepumpe, mit der der Kinderhausanbau in Schöngeising beheizt werden soll, hat besorgte Nachbarn auf den Plan gerufen. Sie fürchten Lärmemissionen. Dem Gerät wird nachgesagt, dass es brummt.

Schöngeising – In einem Schreiben an die Gemeinde, eingegangen im März, zitieren die Anwohner aus einer Broschüre des Bayerischen Landesamts für Umwelt. Demnach sind viele Luftwärmepumpen „für eine herkömmliche Bebauungssituation nicht geeignet“. Als störend werde vor allem der von den Geräten ausgehende tieffrequente Schall empfunden. Außerdem könne das abrupte Einschalten in den frühen Morgenstunden die Anwohner aus dem Schlaf reißen. Angeblich raten sogar Hersteller von Wärmepumpen, diese möglichst weit weg von Wohnbebauung aufzustellen.

Die Gemeinde hatte sich deswegen bereits mit Planer Wilhelm Greulich kurzgeschlossen und nach Verbesserungsmöglichkeiten gesucht. „Ich bin ehrlich froh, dass wir das Schreiben der Anwohner so frühzeitig bekommen haben und die Situation noch optimieren können“, sagte Bürgermeister Thomas Totzauer (FW).

Bürgermeister Totzauer nimmt die Sorgen der Anwohner ernst

Greulich schlug eine Verlegung des Wärmepumpen-Standorts auf dem Grundstück vor. Außerdem sollen die beiden Einheiten der Anlage mit Schalldämmhauben versehen und nicht unmittelbar nebeneinander aufgestellt werden.

Totzauer legte allerdings Wert auf die Feststellung, dass Lärmgrenzwerte auch ohne diese Maßnahmen nicht überschritten worden wären. Man nehme aber die Sorgen der Anwohner ernst und wolle dafür sorgen, dass es nur zu einer „minimalsten Beeinträchtigung“ komme.

Richtig sauer war Umweltreferent Markus Pröll (SPD). Um Mehrkosten zu vermeiden, hatte er noch kürzlich gegen eine von Anton Schmölzl (CSU) geforderte Umplanung der Heizanlage plädiert. Schmölzl hatte seinerzeit vor Lärmbelästigungen und möglicherweise hohen Betriebskosten der Luftwärmepumpe gewarnt. Pröll dagegen hatte sich „auf die Aussage des Planers verlassen“. Dass es nun zu 5000 Euro Mehrkosten für die beiden Schalldämm-Hauben komme und die Anlage „mitten in die Landschaft“ versetzt werden solle, ärgerte ihn.

Schreiben der Anwohner lag zum Zeitpunkt des Beschlusses nicht vor

Thomas Betz (FW) sprach sich ebenfalls gegen den neuen Standort aus und wollte auch die Hauben nicht. „Bei den 5000 Euro bleibt es ja nicht, es kommt noch die Montage hinzu.“

Pröll kritisierte, dass in der letzten Sitzung der Auftrag für die Heizungsanlage beschlossen worden sei, obwohl das Schreiben der Anwohner zu diesem Zeitpunkt bereits vorlag. Womöglich sei eine Grundwasser-Wärmepumpe doch die bessere Lösung. „Aber das hätten wir vor der Vergabe der Heizanlage machen müssen.“

Greulich wehrte sich gegen den Vorwurf, den Gemeinderat nicht vollständig informiert zu haben – oder für die Aussagen des Fachplaners verantwortlich zu sein. Im Zusammenhang mit Luftwärmepumpen habe er „noch nie Beschwerden bekommen“, betonte Greulich. Totzauer will zur nächsten Sitzung den Fachplaner für die Heizanlage einladen. Er soll weitere Alternativ-Standorte vorschlagen.

von Ulrike Osman

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