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Ruth Strähhuber schlendert durch die märchenhaften Figuren von Ignatius Taschner.

Im Bauernhofmuseum

Märchenhafte Kunst am Jexhof

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Ignatius Taschner gilt als einer der vielseitigsten deutschen Künstler der Zeit um die Jahrhundertwende. Er war Bildhauer, Maler und Illustrator, schuf silbernen Tafelschmuck für das preußische Herrscherhaus, gestaltete Kunstgewerbeobjekte, entwarf Häuser und Möbel. Der Jexhof widmet dem „rastlosen Alleskönner“ jetzt eine Sonderausstellung.

Schöngeising – Taschner kam 1871 als Sohn eines Steinmetzes in Unterfranken zur Welt und erlernte den Beruf seines Vaters. Schnell fühlte er sich zu Höherem berufen als dem Handwerk. Wer die Sandsteinskulptur eines Zwerges anschaut, die Taschner bereits als Zwölfjähriger anfertigte, versteht, warum. Seine Familie riet ihm ab, doch als Taschner mit 18 ein Stipendium an der Kunstakademie in München bekam, griff er zu. Obwohl er auch hier brillierte, war seine Kunst zunächst weitgehend brotlos.

Der Durchbruch gelang ihm ausgerechnet mit einem Grabstein, den er für die früh verstorbene Frau des Porträtmalers Karl Bennewitz von Loefen in Berlin anfertigte. Der Pfeiler aus Sandstein, gekrönt vom Haupt einer trauernden jungen Frau, machte die kunstinteressierte Öffentlichkeit auf ihn aufmerksam.

Von nun an sprudelten die Aufträge, und Taschner arbeitete wie ein Besessener. Er soll sogar beim Essen auf seine Manschetten gezeichnet haben, wenn ihm Einfälle kamen. Nur sich nichts entgehen lassen – die frühen Hungerjahre hatten ihn fürs Leben geprägt.

Das Multitalent illustrierte Zeitschriften und Bücher, unter anderem eine Ausgabe von Grimms Märchen und Werke von Ludwig Thoma, mit dem ihn eine enge Freundschaft verband. Dabei lag ihm Thomas sozialkritischer, satirischer Ansatz gänzlich fern. Taschner gestaltete Tapeten, Glasfenster, Schmuck und Keramik. In vielen Bildern wird seine Vorliebe für das Mittelalter, für Albrecht Dürer und für das bäuerliche Leben deutlich.

Von überschäumender Phantasie

Herausragend sind seine Steinfiguren für den Märchenbrunnen im Berliner Volkspark Friedrichshain. Der Jexhof zeigt Nachgüsse der Skulpturen von Aschenputtel, Schneewittchen, Rotkäppchen und anderen. Die Originale wurden nach dem Zweiten Weltkrieg zerstört. Obwohl Taschner eher unpolitisch war, missfiel ihm das Geprotze der wilhelminischen Ära. Er wehrte sich auf seine Weise – statt den Märchenbrunnen mit Pferdeskulpturen zu dekorieren, lieferte er Frösche und Schildkröten.

„Er war ein Mann von überschäumender Fantasie, der aber nie den konkreten Realitätsbezug verloren hat“, sagt Museumsleiter Reinhard Jakob. Das belegt unter anderem ein Wandfries, den Taschner für ein Puppentheater in Nürnberg malte. Da reiten Putten auf Elchen und Hirschen, dazwischen tauchen tierähnliche Fantasiewesen auf.

Für das sogenannte Kronprinzensilber – ein umfangreiches Tafelservice, das die preußischen Städte Kronprinz Wilhelm zur Verlobung schenkten – gestaltete er 65 figürliche Tafelaufsätze. Während der Arbeit an diesem Auftrag erlitt Taschner einen Herzinfarkt. Der Vater zweier Töchter wurde nur 42 Jahre alt.

Der Jexhof erhielt einige der Silberfiguren als Leihgabe vom Münchner Stadtmuseum. Die meisten der rund 100 gezeigten Werke stammen aber aus Privatbesitz. Der Enkel des Künstlers lebt noch heute im Raum Dachau, wo Taschner sich nach eigenen Entwürfen eine Villa bauen ließ.

Die Sonderausstellung

„Ignatius Taschner: Der rastlose Alleskönner - Bildhauer, Zeichner und Kunsthandwerker um 1900“ wird am Donnerstag, 5. Dezember um 19 Uhr eröffnet. Sie ist bis zum 23. Februar im Jexhof zu sehen.

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