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Das nachgebildete Zwergmammut soll die Tiere, die zur Eiszeit gelebt haben, darstellen. Ausstellungsgestalterin Ruth Strähhuber und Museumsleiter Reinhard Jakob überprüfen die Aufstellung der Sammlungsstücke im richtigen Abstand.

Schöngeising

Neue Ausstellung im Bauernhof-Museum: Eiszeit am Jexhof

Ein lebensgroßes Mammut steht ab heute vor dem Bauernhofmuseum Jexhof und empfängt die Besucher. Das 3,30 Meter hohe Drahtgebilde wurde für die neue Ausstellung „Eiszeit(en)“ aufgebaut. Das Thema fügt sich gut in den von der Eiszeit geprägten Landkreis.

Schöngeising – Vier verschiedene Landschaftstypen ziehen sich durch den Landkreis – im Wesentlichen geformt durch das Eiszeitalter. Doch nicht nur wegen der regionalen Nähe, sondern auch wegen des Klimawandels sei das Thema „Eiszeiten“ mehr als aktuell, sagt Museumsleiter Reinhard Jakob.

In der Abteilung „Fauna“ stehen Nachbildungen eines Zwergmammuts und Wollnashorns mitten im Raum – auf den ersten Blick täuschend echt. „Damit wollen wir zeigen, was hier im Landkreis im Eiszeitalter alles gelebt hat“, erklärt der 62-Jährige. Auch ein Stück Mammutzahn liegt in einem Schaukasten. „Das Ausstellungsstück wurde bei Grabungen im Landkreis gefunden“, berichtet Jakob.

Nebenan hängt eine raumhohe und doppelt so breite Abbildung an der Wand. Ein Querschnitt durch das Erdreich ist hier in verschiedenen Brauntönen und Sandfarben aufgezeichnet. „Ein sogenanntes Bodenprofil“, erklärt Jakob. Ganz unten ist die älteste Schicht zu sehen. Wandert man mit den Augen nach oben Richtung Decke erkennt man die einzelnen, über Jahrtausende entstandenen Erdablagerungen.

Eine Ausstellungsecke widmet sich den Menschen im Eiszeitalter. Speere, Messer sowie Pfeil und Bogen an der Wand veranschaulichen die zur damaligen Lebensweise gehörende Jagd. „Außerdem haben wir Fundstücke aus Nebel bei Germering, die beweisen, dass dort Menschen im Eiszeitalter gelebt haben“, erklärt der Münchner Jakob.

Auch der Außenbereich um das Museum herum ist für alle Eiszeit-Interessierten gestaltet. In einem vom Geologe Christoph Mayr angelegten Kräutergarten wachsen Heidelbeerpflänzchen, Latschenkiefer und eine Lärche – alles Pflanzen, die es zur Eiszeit schon gab.

Und wer einen lehrhaften Spaziergang erleben will: Über 1,3 Kilometer lang erklärt ein eigens vom Museum entwickelter „Geopfad“ die Entwicklung der Erdgeschichte von vor 4,6 Milliarden Jahren bis heute. (Lisa Fischer)

Öffnungszeiten

Über einen Livestream auf der Homepage www.jexhof.de kann die heutige Vernissage ab 19.30 Uhr online verfolgt werden. Die Ausstellung „Eiszeit(en) – Gletscher, Mammut und Moränen – Klima, Flora und Fauna im Voralpenland“ ist bis Sonntag, 7. Februar 2021, zu folgenden Zeiten zu sehen: dienstags bis samstags 13 bis 17 Uhr, sonn- und feiertags 11 bis 18 Uhr, Montag ist Ruhetag. Erwachsene zahlen am Jexhof vier Euro Eintritt, Sechs- bis 16-Jährige 2,50 Euro. Mädchen und Buben bis sechs Jahre sind frei.

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