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Bauernhofmuseum

Revolution, Recht, Revolte: Das Programm des Jexhofs

Traditionell eröffnet das Bauernhofmuseum Jexhof die Saison für sein jährliches Kulturpogramm am Palmsonntag-Wochenende. Da Ostern heuer auf einen etwas frühen Termin fällt, geht der Auftakt womöglich bei winterlichen Temperaturen über die Bühne. 

Schöngeising – Das tut der Vielseitigkeit der gebotenen Veranstaltungen, Führungen und Ausstellungen aber keinen Abbruch. Das Jahresprogramm wurde nun offiziell vorgestellt.

Los geht’s mit einem Gastauftritt des Schauspiels Leipzig. Am Samstag und Sonntag, 24. und 25. März, ist ab 18.30 Uhr „Nipple Jesus“ zu sehen, eine Komödie von Nick Hornby. Schauspieler Mathis Reinhardt, der selbst als Jugendlicher in Schöngeising gelebt hat, spielt einen Museumswärter, dessen Aufgabe es ist, ein skandalöses, für das Stück namensgebendes Kunstwerk zu bewachen. Mit Verweis auf die erfolgreiche Ausstellung des Vorjahres verriet Museumsleiter Reinhard Jakob, wie man darauf gekommen sei, ausgerechnet dieses Stück zu zeigen: „Wir haben uns da von dem Frühwerk Janoschs inspirieren lassen.“

Zudem stehen 2018 gleich zwei landesgeschichtliche Jubiläen ins Haus: 200 Jahre Bayerische Verfassung und 100 Jahre Revolution. Daher gibt es am Samstag, 12. Mai, „bayerische Rechtsgeschichte humoristisch verpackt“, einen Streifzug mit allerlei Kuriosem zu Recht und Verfassung in Bayern. Eine weitere musikalische Lesung befasst sich mit dem Leben Kurt Eisners. Anlässlich des Jahrestags der Revolution in Bayern soll am Samstag, 3. November, an den ersten Ministerpräsidenten des Freistaats erinnert werden.

Zwei Ausstellungen werden die Besucher des Jexhofs heuer begleiten. Bis November ist „Zwischen Disco, Minirock und Revolte“ zu sehen, eine partizipative Ausstellung, die sich damit befasst, wie sich die Menschen hierzulande in den 1970er-Jahren entwickelt haben. Auch die Brucker Kulturnacht am Samstag, 9. Juni, steht auf dem Jexhof ganz im Zeichen der orange-braunen Küchen und Blümchentapeten. Rudi Hasmiller, einst Betreiber des Brucker Plattenladens Sound, steht beim Tanzabend auf dem Jexhof eigens hinterm Mischpult. Parallel dazu wird diskutiert: mit Kreisheimatpfleger Toni Drexler, Simone Schmid und dem tz-Fotografen Heinz Gebhardt als Zeitzeugen. Ob Günther Maria Halmer, auch bekannt als Tscharlie aus Helmut Dietls Kultserie Münchener Gschichten, zusätzlich noch für eine Lesung gewonnen werden kann, lotet der Förderverein des Jexhof derzeit noch aus.

Die zweite Ausstellung „Stroh zu Gold“ richtet sich in erster Linie an Familien mit Kindern. Sie ist bis Februar 2019 zu sehen und befasst sich mit Märchen und der ländlichen Lebenswelt.

Was das Führungs-Programm anbelangt, gibt es heuer etwas Neues: eine Mundartführung. Sie soll zum Erhalt und zur Pflege der bairischen Sprache beitragen. „Da fühlen wir uns besonders verpflichtet“, sagt Museumsleiter Jakob. Zudem gibt es regelmäßig Führungen speziell für Großeltern mit Enkeln sowie den inklusiven Rundgang „Low Vision“ für Blinde und Sehbehinderte.

Ohne einen Betrag zur Umweltbildung wäre der Jexhof allerdings nicht der Jexhof. Daher ist an Christi Himmelfahrt (Donnerstag, 10. Mai) Insektentag. Neben einer Exkursion in die Habitate der kleinen Tiere rund um den Jexhof geht es vorwiegend um Bienen. Auch ein Insekten-Hotel soll gebaut werden.  kb

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