Moschusochsen lebten während der Eiszeit im Voralpenland: Museumsleiter Reinhard Jakob an der Nachbildung.
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Moschusochsen lebten während der Eiszeit im Voralpenland: Museumsleiter Reinhard Jakob an der Nachbildung.

Schöngeising

Schätze aus dem Heimatmuseum: Zeitreise mit Rentier und Moschusochse

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Eigentlich wäre die jüngste Sonderausstellung im Bauernhofmuseum Jexhof schon längst vorbei. Doch weil aufgrund des zweiten Lockdowns drei Monate lang keine Besucher kommen konnten, ist „Eiszeit(en) – Gletscher, Mammut und Moränen“ bis zum 2. Mai verlängert worden.

Schöngeising - Zwischen Bildern und Bildschirmen, Diagrammen und Grafiken, Karten und Schaukästen stehen lebensgroße Darstellungen von Tieren, die man längst nicht mehr im Voralpenland antrifft. Doch im Kaltzeitalter waren Moschusochsen, Rentiere und Zwergmammuts auch hierzulande heimisch. Der Jexhof hat von allen drei Tierarten lebensgroße Plastiken anfertigen lassen und einiges an Schätzen aus der Paläontologischen Staatssammlung in München ausgeliehen. Darunter ist ein Stück Mammutzahn, das bei Grabungen im Landkreis gefunden wurde.

Das letzte Eiszeitalter begann vor etwa 2,7 Millionen Jahren. Es brachte heftige Klimaschwankungen mit sich, die von Flora und Fauna erhebliche Anpassungen verlangten. Mammut, Wollnashorn und Hyäne überlebten die Klimakapriolen bis in die – aus erdgeschichtlicher Sicht – jüngere Vergangenheit. Erst, als vor 40 000 Jahren der moderne Mensch in der Region auftauchte, begannen die Tierarten zu verschwinden. Elche gab es hier sogar noch im Mittelalter.

Während die Ausstellung aufgrund des Lockdowns geschlossen hatte, ist sogar noch ein neues Exponat hinzugekommen – ein 3D-Modell der Region, auf dem mittels Projektionen die Bewegung der Gletscher und die Naturveränderungen während der Eiszeit dargestellt werden. Der Betrachter kann im Zeitraffer verfolgen, wie die Natur über Jahrmillionen die heutige Landschaft geformt hat.

Museumsleiter Reinhard Jakob hofft, dass noch viele Besucher die Gelegenheit dazu bekommen, die Ausstellung anzusehen. Er hatte sich die Verlängerung bis Anfang Mai gewünscht – und die Leihgeber ließen sich überzeugen.

Die Serie

In der Serie „Schätze aus dem Heimatmuseum“ stellt das Fürstenfeldbrucker Tagblatt in loser Folge besondere Ausstellungsstücke aus den Heimatmuseen in der Region vor – als Ersatz für Museumsbesuche, die wegen der Pandemie lange Zeit nicht möglich waren. Wer die Eiszeiten(en)-Schau im Jexhof noch sehen möchte, muss sich dafür (solange die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis zwischen 50 und 100 liegt) unter der Telefonnummer (0 81 53) 9 32 50 anmelden.

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