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Toni Hörger, Chef der Schöngeisinger Landjugend, am traditionellen Osterfeuerplatz, wo jetzt das Verbotsschild steht.

Nach Volksbegehren Rettet die Bienen

Schöngeising fürchtet um sein Osterfeuer - dieses kuriose Schild ist der Auslöser

Ein großes Feuer lodert normalerweise jedes Jahr zu Ostern an der Amper bei Schöngeising. Normalerweise – dieses Jahr aber steht ein Verbotsschild an der Stelle. Wegen Bauarbeiten – sagt der Besitzer. Als Retourkutsche für das Artenschutz-Volksbegehren glauben die Burschen. Pikant: In Schöngeising gab es besonders viele Bienen-Retter.

Schöngeising – Es ist eine kuriose Botschaft: „Wir retten die Bienen. Hier kein Osterfeuer. Holz abladen verboten.“ Das gelbe Schild, das seit einiger Zeit auf einer Wiese am Amperufer steht, sorgt für große Aufregung im Dorf. Wurde es doch genau dort platziert, wo sie seit vielen Jahren mit einem großen Feuer zum Osterfest den Winter vertreiben.

Für viele im Ort ist klar, wer das Schild aufgestellt hat. Es muss der Landwirt sein, dem die Wiese gehört. Nicht wenige interpretieren es als Retourkutsche. Denn beim Volksbegehren Artenvielfalt, das bei vielen Bauern auf wenig Gegenliebe stößt, belegte die Ampergemeinde den ersten Platz. Über 35 Prozent der Schöngeisinger hatten unterschrieben – so viele wie in keiner anderen Kommune im Kreis. Eines der Hauptanliegen der Initiatoren ist der Schutz von Uferstreifen. Genau auf einem solchen liegt der traditionelle Osterfeuerplatz.

Trotzreaktion des Eigentümers?

Auch Toni Hörger glaubt an eine Trotzreaktion des Eigentümers der Wiese. Der 25-Jährige ist Vorsitzender der Schöngeisinger Landjugend, die das Osterfeuer organisiert. Und er kann den Bauern sogar verstehen. Die Auflagen, die das Volksbegehren den Bauern machen will, hält auch er für falsch. „Aber die Landjugend kann doch nichts dafür“, sagt er.

Für Hörger und seine Mitstreiter wäre es eine Katastrophe, wenn das Osterfeuer heuer ausfallen sollte. „Das ist immer eine Riesen-Sache“, sagt der Elektrotechnik-Meister. Das Feuer sei eines der größten im Landkreis und mit rund 200 Schöngeisingern immer gut besucht. Und es war immer eine der wichtigsten Einnahmequellen für die Landjugend.

Arbeiten am Amperdamm

Doch ist der Landwirt tatsächlich der Schuldige? Auf Nachfrage sagt er, nichts mit dem Schild zu tun zu haben. Stattfinden könne das Feuer an diesem Platz aber trotzdem nicht. Grund seien Baumaßnahmen am Amperdamm. Tatsächlich haben sich auf der Wiese Arbeiter mit ihren Maschinen eingerichtet. Sie sollen den Damm sanieren.

Ein Hindernis für das Osterfeuer könne die Baustelle aber keineswegs sein, erklärt Bürgermeister Thomas Totzauer. Denn nach seinen Informationen sind die Bauarbeiter bereits Mitte März wieder weg. Der Ostersamstag, an dem traditionell gezündelt wird, ist heuer aber erst über einen Monat später.

Alternative wäre eine Wiese der Gemeinde

Der Rathaus-Chef will sich jetzt dafür einsetzen, dass das Feuer stattfinden kann. Als Alternative hat Totzauer eine Wiese, die der Gemeinde gehört, im Auge. Das Problem: Das Areal nordöstlich der Kommune liegt im Landschaftsschutzgebiet. „Wir müssen jetzt abklären, ob dort so eine Traditionsveranstaltung möglich ist. Deshalb stehe er bereits in Kontakt mit der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt.

Wie und wo auch immer – der Rathaus-Chef ist zuversichtlich, dass das Osterfeuer nicht ins Wasser fallen muss. Er werde auch noch einmal das Gespräch mit dem Landwirt suchen. Eines stellt Totzauer aber klar: „Wir werden nicht betteln.“

Dass Osterfeuer von Naturschützern tatsächlich kritisch beäugt werden, hat folgenden Grund: Wenn das Holz einige Tage vor dem Termin aufgestapelt wird, verkriechen sich oft Igel, Hasen und andere kleine Tiere sich darin. Werden die Flammen entfacht, kann das deren Todesurteil sein. (Tobias Gehre)

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Das waren die Ergebnisse vom Volksbegehren Artenschutz

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