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Zahl der Sozialwohnungen sinkt

Schöngeising hat Interesse an Wohnbaugesellschaft

Die Gemeinde hat Interesse, sich an einer interkommunalen Wohnungsbaugesellschaft zu beteiligen. Angedacht wird ein solches Projekt derzeit vom Kreisverband des Gemeindetages.

Schöngeising – Schöngeising könnte für eine Einlage von 5000 Euro Mitglied werden und an der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum im Landkreis mitwirken.

Die Zahl der Sozialwohnungen sinkt seit Jahrzehnten kontinuierlich. Bürgermeister Thomas Totzauer (Freie Wähler) zitierte Zahlen aus der jüngsten Kreisverbandsversammlung. Demnach gab es 1992 im Landkreis 3290 Sozialwohnungen, im vergangenen Jahr aber nur noch 1394. Schuld daran ist das Auslaufen von Bindungsfristen.

Geht die Entwicklung so weiter, wird die Zahl in zehn Jahren auf 989 gesunken sein. Die Wartezeit auf eine Sozialwohnung betrage aktuell zwei bis vier Jahre.

Die Dringlichkeit von Wohnraumschaffung hatte Totzauer auch in der Bürgerversammlung im November betont. Sowohl für junge Leute als auch für einkommensschwächere Familien und Senioren fehlen in der Gemeinde bezahlbare vier Wände.

Wenn sich mehrere Kommunen zu einem Träger zusammenschließen, könnte dieser neben dem Bau und der Verwaltung von Wohnraum auch andere gemeindliche Bauprojekte sowie Einheimischenmodelle betreuen, so Totzauer. Ein weiterer Vorteil wäre in seinen Augen, dass die Gemeinde sich in soziale Wohnbauprojekte einkaufen könnte, für die sie selber keine Grundstücke hat.

„Bei uns ist es schwierig, Platz zu finden“, so der Rathauschef. „Aber wir könnten Wohnungen in städtischen Kommunen erwerben und als Sozialwohnungen widmen.“ Der Freistaat fördere die Schaffung von Wohnraum derzeit mit 30 Prozent Zuschuss, außerdem gebe es zinsverbilligte Kredite.

Auf ein positives Echo stieß Totzauers Vorschlag bei Gerhard Gauck (SPD). „Wir wollten uns ja um Wohnungen kümmern.“ Thomas Betz (Freie Wähler) zeigte sich dagegen „nicht uneingeschränkt begeistert“. Er plädierte dafür, dass die Gemeinde selbst aktiv wird. „Wir könnten auch allein Fördermittel bekommen.“

Einen Beschluss fasste das Gremium noch nicht. Man kam lediglich überein, dass Bürgermeister Totzauer dem Kreisverband Interesse signalisieren solle. Wenn die Gründung einer Gesellschaft konkret wird, soll das Thema wieder auf die Tagesordnung des Schöngeisinger Gemeinderats kommen.

Von Ulrike Osman

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