Jacken und Turnbeutel sind in einer Kindertagesstätte an einer Garderobe zu sehen.
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Jacken und Turnbeutel sind in einer Kindertagesstätte an einer Garderobe zu sehen.

Schöngeising

Im Kinderhaus greift nun ein Pandemie-Paragraph

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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In der Satzung des Kinderhauses Amperzwerge gibt es künftig einen Pandemie-Paragraphen. Er besagt, dass es zu Abweichungen von den gebuchten Betreuungszeiten kommen kann.

Schöngeising –Bis auf Weiteres bedeutet das einen Wegfall der Früh- und Spätbetreuung. Dafür können die Eltern in der Zeit von 8 bis 16 Uhr die Betreuungsstunden frei wählen – unabhängig davon, was sie ursprünglich gebucht hatten.

Gemeinde und Kinderhausleitung erhoffen sich von diesem Schritt Rechts- und Planungssicherheit für beide Seiten. In den vergangenen Monaten habe es ein ständiges Hin und Her bei den Vorgaben von Innenministerium und Gesundheitsamt gegeben, berichtete Kinderhausleiterin Christine Müller im Gemeinderat. „Wir springen seit September von einem Fuß auf den anderen.“

Knackpunkt ist unter anderem die „Durchmischung in Randzeiten“, also die Zusammenfassung von Kindern aus verschiedenen Gruppen während der schwächer besuchten Zeiten von 7 bis 8 Uhr sowie ab 16 Uhr. Gerade das ist aber in Coronazeiten – je nach Inzidenz – entweder komplett untersagt oder es wird behördlicherseits davon abgeraten. Denn wenn Kinder aus unterschiedlichen Gruppen zusammenkommen, müsste im Falle einer Infektion unter Umständen das komplette Kinderhaus in Quarantäne.

Mehr Personal

Für eine Betreuung in den Randzeiten ohne Durchmischung würde mehr Personal gebraucht. Doch die Beschäftigten arbeiten bereits am Anschlag und haben teilweise schon eine Verschiebung ihrer Arbeitszeiten hinnehmen müssen, was gerade für Mitarbeiterinnen mit eigenen Kindern schwierig gewesen sei, wie Müller sagte. Abgesehen davon sei ein ständiges Hin und Her auch nicht im Sinne der Kinder. „Wir haben es schließlich mit kleinen Menschen zu tun.“

Mit einer Aufrechterhaltung und dauerhaften Trennung der Stammgruppen sei allen am besten gedient. Dadurch werde sichergestellt, dass möglichst viele Kinder die Betreuung täglich in Anspruch nehmen können. Der Gemeinderat sah das genauso und stimmte dem neuen Paragraphen einhellig zu.

Bürgermeister Thomas Totzauer (FW) erwartet auch aus der Elternschaft keinen nennenswerten Protest. Bisher habe die breite Mehrheit der Eltern die Corona-Maßnahmen mitgetragen. Zudem biete der Pandemie-Paragraph den Vorteil, dass Eltern die Betreuungszeiten an möglicherweise geänderte Arbeitszeiten anpassen können.

Bewusst wurde darauf verzichtet, die Regelung an Inzidenzwerte oder ähnliche Parameter zu knüpfen. Stattdessen wird das Ende des Pandemiefalls – oder der Wiedereintritt – von der Gemeinde festgelegt.

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