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Leihräder am Bahnhof und am Rathaus

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Von: Ulrike Osman

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Im Kreis München ein gängiges Bild: MVG-Leihräder an S-Bahnhöfen. Hier sind die Drahtesel an der S-Bahn-Station Neubiberg zu sehen. Holzkirchen, Valley, Weyarn und Otterfing wünschen sich ebenfalls eine Flotte.
Im Kreis München ein gängiges Bild: MVG-Leihräder an S-Bahnhöfen. Hier sind die Drahtesel an der S-Bahn-Station Neubiberg zu sehen. © archiv MSC

Vom Bahnhof aus mit dem Leihrad zum Jexhof fahren, aus der Ortsmitte mit dem Leihrad zum Bahnhof kommen – Schöngeising will das Angebot autofreier Mobilität ausweiten.

Schöngeising – Die Gemeinde beteiligt sich im Rahmen eines landkreisweiten Projekts am Aufbau von sogenannten Mobilitätsstationen.

Die Mobilitätsstationen sollen am Bahnhof und am Rathaus entstehen und je drei Leihfahrräder anbieten. Einen entsprechenden Grundsatzbeschluss hatte der Gemeinderat bereits 2019 gefasst. Nun geht das Projekt „in eine ganz heiße Phase“, wie Martin Imkeller, Mitarbeiter der ÖPNV-Stabsstelle im Landratsamt, in der jüngsten Gemeinderatssitzung sagte.

Der Landkreis hat im Rahmen eines bundesweiten Förderprogramms den Zuschlag bekommen und muss bis Ende Februar einen detaillierten Förderantrag einreichen. Dafür wird nun die Zustimmung der Gemeinden abgefragt. Die Zuschüsse sollen 80 Prozent der Kosten betragen, die beim Aufbau der Mobilitätsstationen anfallen. Im Falle Schöngeisings wären das rund 35 000 Euro vom Staat.

Fünf Jahre Probelaufzeit

Nicht gefördert werden die Betriebskosten. Diese bezifferte Imkeller auf maximal 45 000 Euro netto, verteilt auf eine Projektlaufzeit von fünf Jahren. „Es wird aber wohl deutlich günstiger werden“, stellte er in Aussicht. Der Grund: Die Stadt München, die bisher das System „MVG-Rad“ nutzt, werde eine Neuvergabe vornehmen. Dadurch lasse sich eine Kostenersparnis erzielen, von der auch der Landkreis Bruck profitieren könne, so Imkeller. Denn hier soll das gleiche System eingeführt werden wie in der Landeshauptstadt, damit die Leihräder problemlos im gesamten MVV-Bereich genutzt werden können.

Gerhard Gauck (SPD) hielt das Konzept in einer städtischen Umgebung für sinnvoll, nicht aber in einer ländlichen Gemeinde wie Schöngeising. „Wenn hier jemand Rad fahren will, dann hat er ein eigenes.“ Vor allem fand Gauck die Betriebskosten zu hoch.

Ähnlich äußerte sich Wilhelm Hörger (Freie Wähler/FW). Die Aussicht auf die Förderung sei zwar verlockend, „aber was kommt noch an Folgekosten auf uns zu?“

Leihgebühren

Martin Imkeller von der ÖPNV-Stabsstelle erklärte, dass Wartungs- und Servicekosten bereits in der Berechnung enthalten seien. Außerdem würden den Gemeinden und Städten die von den Nutzern gezahlten Leihgebühren zufließen. Angedacht sind Preise von fünf Cent pro Minute für die Inhaber von MVV-Dauerkarten und acht Cent pro Minute für alle anderen. Es sei sogar denkbar, dass neben konventionellen Rädern auch E-Bikes angeboten werden könnten.

Für Schöngeisings Bürgermeister Thomas Totzauer (FW) geht es bei den Mobilitätsstationen ohnehin nicht in erster Linie ums Geld. „Sie sind ein zusätzlicher Baustein im Mobilitätskonzept, zu dem auch unser E-Car-Sharing gehört.“ Ziel ist es, den motorisierten Individualverkehr zu verringern beziehungsweise umweltfreundlicher zu gestalten.

Vize-Bürgermeister und Fraktionskollege Thomas Betz will mit dem Projekt im Sinne einer Energie- und Verkehrswende „die Bürger an die Hand nehmen“. Mit drei Gegenstimmen fiel der Beschluss, sich im Rahmen eines kommunalen Zusammenschlusses am Förderantrag des Landkreises zu beteiligen. Auch in allen anderen Kommunen wurde und wird abgefragt, wer mitmacht.

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