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Bei der Enthüllung der Nixe: Bürgermeister Thomas Totzauer (r.) und Künstler Ulrich Nußmann.

Rückkehr aus München

Nixe tourt durch Schöngeising und springt dann in die Amper

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Die Amper-Nixe ist wieder da. Der Schöngeisinger Künstler Ulrich Nußmann hat seine Holzskulptur aus München zurückgeholt und an ihrem angestammten Badeplatz zu Wasser gelassen.

Schöngeising – Zuvor jedoch machte er sich mit seiner „Melusine“ auf eine spannende Tour durchs Dorf – und schrieb darüber sogar ein Buch.

„Die Ampernixe Melusine – Ein Schöngeisinger Märchen“ heißt das 60 Seiten starke Büchlein. Ein Märchen ist es aber nur zum Teil. Nußmann lässt seine Nixe einen Streifzug durch den Ort machen, an Türen klopfen, hinter Kulissen blicken. Melusine lässt sich Betriebe zeigen und Geschäftsideen erklären. Die sind alle ganz real – ein Porträt der Gewerbevielfalt in dem ehemaligen Bauerndorf. „Ich wollte festhalten, was es hier alles gibt“, erzählt der 70-Jährige.

Die Nixe fungiert als Türöffnerin

Melusine fungierte als Türöffnerin. Nußmann hatte die gut 30 Kilo schwere Thujenholz-Figur auf einen Handwagen geladen und zog damit durchs Dorf. Wo immer er klingelte, zeigten sich die Leute „insgesamt sehr aufgeschlossen“. Hätte er alleine an Türen geklopft und um Betriebsführungen gebeten, wäre das anders gewesen, ist der pensionierte Berufsschullehrer überzeugt.

Den spannendsten Besuch erlebte Melusine bei einer Tierärztin, wo sie „mit viel Empathie“ versorgt wurde. Die Flussjungfrau litt nämlich zu diesem Zeitpunkt an einer verletzten Fluke – so nennt man die Flosse am Ende des Nixenschwanzes. Die Helferinnen der Veterinärin machten den Spaß mit und legten einen fachgerechten Verband an. Sogar Melusines nicht vorhandener Herzschlag wurde mit einem Stethoskop überprüft. „Das war toll“, erzählt Nußmann und schmunzelt.

Die Nixe soll das Dorf zusammenführen

Der Künstler wollte aber mit seiner Nixen-Tour nicht nur zur allgemeinen Erheiterung beitragen. „Die Idee ist, das Dorf ein bisschen zusammenzuführen.“ Wer sein Büchlein liest, wird vielleicht staunen über die innovativen Geschäftsideen, die im Gewerbegebiet gedeihen. Neubürger erfahren vom reichhaltigen Sortiment im Dorfladen und von der Milchtankstelle, an der sich Kunden direkt beim Bauern versorgen können. Ulrich Nußmann hat sein Nixen-Projekt viel Spaß gemacht. War die Skulptur zunächst einmal „nur ein Stück Holz“, so wurde sie durch das Bad in der Amper lebendig und durch die Erkundungstour in Schöngeising zum Dorfgespräch. „Ich mache immer runde Sachen“, sagt der Künstler.

Der Nixe hat es in München nicht gefallen

Das Buch über Melusine hat er im Dorfladen, beim Bäcker und in der Anlaufstelle der Gemeinde ausgelegt. Wer ein Exemplar mitnehmen möchte, lässt sechs Euro da. Die Nixe schwimmt unterdessen wieder in der Amper. „Wenn es dunkel ist, sieht das ein bisschen gruselig aus“, amüsiert sich Nußmann. Ein 80 Kilo schwerer Anker, den die Feuerwehr für ihn versenkt hat, sorgt dafür, dass Melusine nicht davon getrieben wird.

In München hat es ihr übrigens nicht gefallen. Dort sollte sie auf einer stillgelegten Eisenbahnbrücke in Sendling über dem Eingang des ausgemusterten Ausflugsdampfers „Alte Utting“ angebracht werden. Stattdessen landete sie in einer Rumpelkammer, wie Nußmann erzählt. Dort wollte er sie nicht versauern lassen. Dass das Dauerbaden in der Amper der Skulptur schaden könnte, glaubt er nicht. Vielleicht setzt sie eine leichte Patina an, aber das macht nichts. „Wenn sie ein bisschen grünlich aussieht, wäre das ja nicht verkehrt.“ 

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