Bürgermeister Thomas Totzauer überreicht seiner Amtskollegin Sara Peruzinni einen Geschenkkorb. Foto:osman

Schöngeising

Partnergemeinde-Besuch steht im Zeichen des Umweltschutzes

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Eine größere Runde als üblich versammelt sich alle vier Jahre um den Schöngeisinger Ratstisch – dann nämlich, wenn Vertreter aus der italienischen Partnergemeinde Lallio zu Besuch sind.

Schöngeising –  Dann findet eine traditionelle gemeinsame Sitzung der Gemeinderäte statt. Heuer ging es um Klima- und Artenschutz – ein Thema, das die Kommunalpolitik jenseits der Alpen ebenso beschäftigt wie hier.

34 Gäste aus Lallio, nahe der Großstadt Bergamo in der Lombardei gelegen, kamen am Wochenende nach Schöngeising. Darunter waren neben Bürgermeisterin Sara Peruzzini fünf Gemeinderäte. Neben einem Besichtigungs- und Unterhaltungsprogramm geht es den Gemeinden stets auch um einen Austausch zu aktuellen politischen Themen.

So unterschiedlich die beiden Ortschaften auch sind –ins Grüne eingebettet die eine, urbanisiert und industrialisiert die andere –, so ähnlich klingen die Sorgen und Forderungen. „Wir müssen uns von der Idee verabschieden, ein weiteres Gemeindegebiet zu verbauen, um Geld zu machen“, sagte etwa Giacomo Lodovici, der allerdings im Gemeinderat von Lallio einer Minderheit angehört.

In der Tradition von Greta Thunberg

Alex Casleni, Umweltreferent in Lallio, sieht sich „in der Tradition von Greta Thunberg“ und zählte eine ganze Liste an Maßnahmen auf, die teilweise schon umgesetzt wurden. So seien zum Beispiel öffentliche Trinkwasser-Tankstellen geschaffen worden, an denen die Bürger Mehrwegflaschen nachfüllen können. Auf diese Weise sei bereits die Herstellung von 900 000 Einweg-Plastikflaschen vermieden worden, so Casleni. Außerdem habe man PV-Anlagen auf Schuldächer gebaut, die Straßenbeleuchtung auf LED umgestellt und einen Wochenmarkt eingeführt, wo die Bauern aus der Region ihre Ware verkaufen können.

Bürgermeister Thomas Totzauer (FW) berichtete vom Erfolg des Artenschutz-Volksbegehrens, bei dem Schöngeising die höchste Unterschriften-Zahl im Landkreis erreichte und bayernweit auf Platz acht landete. Als weitere Klimaschutzmaßnahmen auf kommunaler Ebene nannte er Blühpatenschaften, Aufforstungsmaßnahmen, eine Aufwertung öffentlicher Grünflächen, eine Verbesserung des ÖPNV und das geplante E-Car-Sharing.

Wie den Autoverkehr reduzieren?

Auch Totzauers italienische Amtskollegin Sara Peruzzini berichtete von Versuchen, den Autoverkehr zu reduzieren. Lallio bezuschusse den ÖPNV für Schüler und Studenten und fördere den Fahrradverkehr. „Der Schutz der Natur und der Schutz des Menschen gehören zusammen.“ Die Fridays-for-Future-Bewegung sei in Lallio ebenfalls aktiv – schon Grundschüler würden sich an Umweltaktionen beteiligen.

Auf besonderes Interesse der Gäste stieß Umweltreferent Markus Pröll (SPD) mit einem Vortrag zum Thema Wald – denn den gibt es in Lallio kaum. Laut Giacomo Lodovici sind fast zwei Drittel der Gemeinde bebaut. „Wir in den Kommunen müssen Vorbilder und Vorreiter sein und die Klimapolitik gemeinsam mit den Bürgern umsetzen“, so Totzauers Fazit, bevor die Sitzung mit einem Weißwurstessen zum gemütlichen Teil überging.  os

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