Anwohnerversammlung

Raser in Holzhausener Straße stoppen

Schöngeising – In der Holzhausener Straße wird notorisch zu schnell gefahren. Um die Einhaltung von Tempo 30 durchzusetzen, denkt die Gemeinde über Schritte nach.

Die Ideen reichen von zusätzlicher Beschilderung bis hin zu baulichen Maßnahmen. Die betroffenen Bürger werden in die Diskussion miteinbezogen – nur einen vergaß man bei der Einladung zur Anliegerversammlung. Ausgerechnet CSU-Gemeinderat Anton Schmölzl wusste von nichts, als Bürgermeister Thomas Totzauer (FW) in der Gemeinderatssitzung für den folgenden Abend die Anliegerversammlung ankündigte. Schmölzl wohnt nicht selbst in der Holzhausener Straße, hat aber dort ein Haus vermietet.

Die Einladungen seien vor einigen Wochen an die Haushalte verteilt worden, sagte der Rathauschef. „Es betrifft ja in erster Linie die, die dort wohnen.“ Die ganze Straße inklusive Grünstreifen und Gehweg gehöre der Gemeinde, so Totzauer zum Tagblatt.

„Für eventuelle bauliche Maßnahmen müssen wir keinen zusätzlichen Grund von den Anliegern erwerben“, sagt der Bürgermeister. Insofern sehe er die vergessene Einladung an Anton Schmölzl als „nicht so tragisch“. Sollten bauliche Maßnahmen an der Straße durchgeführt werden, sei eine Kostenumlage „nicht geplant“.

Schmölzl ist sich da nicht so sicher. „Wenn’s ans Zahlen geht, zahlt sicher nicht mein Mieter.“ Er argwöhnt, man habe ihn bewusst nicht eingeladen. „Ich soll nicht mitreden.“

Eigentlich hätte der Landwirt am Tag der Anliegerversammlung gar keine Zeit gehabt. Denn am gleichen Abend stand die Wahl zum Ortsobmann des Bayerischen Bauernverbands an. Aussichtsreichster Kandidat: Anton Schmölzl. Zu der Veranstaltung sei auch der Bürgermeister eingeladen worden, so der CSU-Rat. Es gelang ihm, die Abstimmung kurzfristig um eine Stunde zu verschieben, um zumindest den Beginn der Anliegerversammlung mitzumachen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Schmölzl sich ausgegrenzt fühlt. Vor knapp einem Jahr war er als Straßenreferent der Gemeinde zurückgetreten, weil er laut eigener Aussage über Maßnahmen nicht informiert und in Entscheidungen nicht eingebunden worden war.

von Ulrike Osman

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