In der Schöngeisinger Bahnhofstraße

Schutzstreifen für Radfahrer

Die Bahnhofstraße erhält im Zuge ihres Umbaus einen beidseitigen Schutzstreifen für Radfahrer. Auf der Nordseite soll außerdem zwischen der Einmündung Kalkofenstraße und dem Bahnhof ein verschmälerter Gehweg verlaufen.

Schöngeising – Der Gemeinderat gab mit knapper Mehrheit dieser Ausbauvariante den Vorzug vor zwei anderen Optionen. Die Alternativen wären ein Schutzstreifen im Süden sowie ein kombinierter Geh- und Radweg auf der Nordseite gewesen – oder auf beiden Seiten ein kombinierter Geh- und Radweg. Diese Variante hätte allerdings den Neubau einer Straßenentwässerung erfordert und wäre mit Kosten von über 500 000 Euro die mit Abstand teuerste Lösung gewesen, wie Planer Christian Kraus im Gemeinderat erläuterte.

Bürgermeister Thomas Totzauer (Freie Wähler) hatte Gespräche mit dem Landratsamt, der Polizei, dem ADFC und der Straßenverkehrsbehörde geführt. Dort sei er mit Überlegungen zu einem kombinierten Geh- und Radweg auf Unverständnis gestoßen. „Das macht man heute nicht mehr“, sagte Totzauer. Es komme dort nur zu Konflikten zwischen Fußgängern und Radfahrern. Üblich seien Fahrstreifen für Radfahrer, die durch Markierungen, aber nicht baulich von der Fahrbahn abgetrennt sind.

Die Schutzstreifen an der Bahnhofstraße sollen 1,25 Meter breit sein und von Autos nicht überfahren werden, erläuterte Kraus. Bei Begegnungsverkehr zwischen größeren Fahrzeugen dürfe aber auf den Radlerstreifen ausgewichen werden. Diese Vorstellung gefiel Gabriele Kuhnke (CSU) nicht. Für sie war das Gefahrenpotential zwischen Fußgängern und Radlern geringer als das zwischen Radlern und Autofahrern. „Richtung Bahnhof müssen die Radfahrer auf einem abgetrennten Radweg mit Bordstein sein.“

Unterstützung kam vom Fraktionskollegen Thomas Braumiller, aber auch aus den Reihen der Freien Wähler. Vize-Bürgermeister Harmut Knobloch warnte, dass der Winterdienst den Schnee auf den Fahrradstreifen schieben werde. Wilhelm Hörger befürchtete, dass es gerade im morgendlichen Verkehr zur S-Bahn zu brenzligen Situationen kommen könne. „Das Chaos in der Früh kennen wir alle. Radfahrer sind auf einem Geh- und Radweg besser aufgehoben.“

Gerhard Gauck (SPD) hielt die Schutzstreifen dagegen für eine gute Lösung. Die Markierung wirke „wie eine Kante“ und werde von Autofahrern respektiert. Auch Fraktionskollege Markus Pröll hatte die Erfahrung gemacht, dass Schutzstreifen – am besten in Verbindung mit Tempo 30 – die Autofahrer zwingen, aufzupassen und langsamer zu fahren.

Die Idee des Tempolimits griff Bürgermeister Totzauer auf. Auch könne die Straße auf Höhe der Verkehrsinsel noch stärker als geplant verschwenkt und die Verkehrsinsel selbst verbreitert werden, um das Tempo der Fahrzeuge zu drosseln. Kosten würde die Schutzstreifen-Variante laut Planer Kraus 374 000 Euro. Mit 6:5 Stimmen erhielt sie den Zuschlag. Das Ingenieurbüro soll die Planung nun ausarbeiten und weitere Varianten zur Gestaltung der Verkehrsinsel vorlegen.

Von Ulrike Osman

Rubriklistenbild: © dpa

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