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Auf den Friedhöfen in Schöngeising könnte es bald eine neue Bestattungsmöglichkeit geben: das Urnengemeinschaftsgrab.

Neue Bestattungsmöglichkeit

Urnengemeinschaftsgrab entlastet Angehörige

Auf den örtlichen Friedhöfen könnte es bald eine neue Bestattungsmöglichkeit geben: das Urnengemeinschaftsgrab.

Schöngeising – Bei einem Urnengemeinschaftsgrab werden mehrere Urnen in einer gemeinsamen Fläche beigesetzt, die zusammenhängend bepflanzt wird. Auf einem großen Stein in der Mitte werden die Namen der Verstorbenen angebracht. Zusammen mit dem Anteil an der Grabstätte erwirbt der Käufer auch die Pflege über die gesamte Ruhezeit – die Angehörigen wären davon komplett entlastet.

Der Gemeinderat kam überein, in den Haushalt 2018 Gelder für die Einrichtung von Urnengemeinschaftsgräbern einzustellen. Bürgermeister Thomas Totzauer (FW) möchte neben Erdgräbern und Urnenwänden eine weitere Alternative schaffen. Denn selbst wenn Angehörige am Ort wohnen und sich um ein Grab kümmern – auch sie werden älter und können irgendwann die Pflege nicht mehr leisten. „Manche sind fast gezwungen, ein Grab aufzulösen, auch wenn sie es gar nicht wollen“, so der Rathauschef. „In einer Gemeinschaftsanlage könnte es dagegen lange erhalten bleiben.“

Auch mögliche Standorte hat Totzauer bereits im Auge. Auf dem Waldfriedhof gibt es auf der für Urnen ausgewiesenen Fläche noch Kapazitäten, auf dem Kirchenfriedhof bietet sich ein aufgelöstes Doppelgrab an.

Erfahrung mit Urnengemeinschaftsgräbern hat der in Schöngeising lebende Friedhofsgärter Horst-Michael Gallenberger, den Totzauer als Referenten in die Sitzung eingeladen hatte. Gallenberger berichtete, dass das Konzept in anderen Bundesländern bereits recht verbreitet ist, während es sich in Bayern gerade erst durchsetzt. Ein Vorteil sind die deutlich niedrigeren Kosten, sowohl für die Gemeinde als auch für die Grabkäufer. Es muss kein Bauwerk – wie eine Urnenwand – mit entsprechenden Unterhaltskosten errichtet werden. Der Käufer erwirbt mit dem Urnenplatz einen Anteil am Grabstein sowie die Pflege. Gallenberger nannte als Hausnummer Kosten von 250 Euro im Jahr „mit Stein und Schrift“. Die Pflege würde von der Gemeinde über eine Friedhofsgärtnerei organisiert. Zu jedem Urnenplatz würde aber auch eine Stelle gehören, an der die Angehörigen Kerzen aufstellen oder Blumen ablegen können.

Im Gemeinderat fand der Vorschlag ein recht positives Echo. Gerhard Gauck (SPD), den Urnenwände an „Hasenställe“ erinnern, hielt ein Gemeinschaftsgrab für „die allerbeste Möglichkeit“. Auch Fraktionskollege Markus Pröll sowie Thomas Betz und Andrea Alverdes (beide FW) äußerten sich positiv. Gabriele Kuhnke (CSU) dagegen konnte sich mit der Idee nicht anfreunden und plädierte für einzelne, separate Urnenplätze. „Ein Gemeinschaftsgrab gefällt mir nicht.“

Pröll erinnerte daran, dass die Idee eines Friedwalds vor Jahren ebenfalls gut angekommen war, dann aber nicht weiterverfolgt wurde. Deshalb drängte er darauf, gleich einen Beschluss zu fassen. Thomas Betz stimmte zu: „Wir sollten Nägel mit Köpfen machen.“

Das geschah dann auch. Mehrheitlich kam der Gemeinderat überein, in den Haushalt 2018 Gelder für die Einrichtung von Urnengemeischaftsgräbern einzustellen.

von Ulrike Osman

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