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Schnelles Internet braucht gute Verbindungen.

Pilotprojekt

Schöngeising will digitales Dorf werden

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Die Gemeinde bewirbt sich bei einem Pilotprojekt des Zentrums Digitalisierung Bayern (ZD.B). Ziel ist es, mit fachlicher Unterstützung und Fördergeldern ein speziell auf Schöngeising abgestimmtes Digitalisierungskonzept zu erarbeiten.

Schöngeising  Auch die Bürger sind aufgerufen, mitzumachen.

Bereits der Anstoß zu dem Projekt kam von einem Schöngeisinger Bürger. Thomas Reukauf lebt seit 20 Jahren im Ort und berät aktuell mit seiner Firma Smart Solutions Management Consulting unter anderem die unterfränkische Stadt Haßfurt bei der Entwicklung einer Digitalstrategie. Reukauf machte Bürgermeister Thomas Totzauer (Freie Wähler/FW) darauf aufmerksam, dass das ZD.B derzeit zehn Modellkommunen für sein Pilotprojekt sucht. Jede bekommt eine Förderung in Höhe von 15 000 Euro und muss einen Eigenanteil von 5000 Euro aufbringen.

Handlungsfelder gebe es viele, erklärte Reukauf im Gemeinderat und nannte als Beispiele Tele-Arbeit, Tele-Medizin, E-Government oder auch den Aufbau lokaler Datenplattformen. Im Rahmen des Pilotprojekts kann jede beteiligte Kommune ihre eigenen Schwerpunkte festlegen und eine Strategie formulieren. Wichtig sei dabei eine intensive Bürgerbeteiligung, so Reukauf. „Am Schluss haben Sie ein fertiges Dokument, ähnlich wie einen Flächennutzungsplan.“

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Die Möglichkeit des Home-Office

Im Gemeinderat gab es nahezu einhelligen Beifall für die Idee. „Sehr spannend“ fand Gabriele Kuhnke (CSU) das Projekt. Gerade in Corona-Zeiten zeige sich, wie viel in Sachen Homeoffice eigentlich möglich sei. „Wenn wir vor Corona gedacht haben, dass wir digital ganz gut aufgestellt sind, sehen wir jetzt, wo es hapert“, stimmte Totzauer zu. Im Gespräch seien mittlerweile sogar neue staatliche Fördergelder für den Breitbandausbau – „auch für Orte, die mit 30 MB als erschlossen galten“.

Thomas Braumiller (CSU), Thomas Betz und Wilhelm Hörger (beide FW) plädierten ebenfalls für die Teilnahme an dem Pilotprojekt. Andrea Alverdes (FW) hatte bereits spontane Ideen für lokale Digital-Projekte, zum Beispiel eine Bestell-App für den Dorfladen, eine Belegungs-App für gemeindliche Räume oder ein Geo-Tracking für Schöngeisings geschichtsträchtige Umgebung.

Zweifel wurden auf Seiten der SPD laut. Gerhard Gauck sah nicht ein, dass die Gemeinde dafür bezahlen solle, eine Vorreiterrolle einzunehmen. „Eigentlich müssten wir dafür etwas bekommen.“ Eva Gauck waren Reukaufs Angaben zu unkonkret. Sie wollte wissen, wie viel personelle Kapazitäten von Gemeinderat, Verwaltung und Bürgern gebraucht würden und wie hoch der Zeitaufwand sein werde. „Brauchen wir einen Digital-Beauftragten und häufigere Sitzungen?“, wollte auch Kuhnke wissen.

Ein fester Ansprechpartner im Gemeinderat sei sicher sinnvoll, entgegnete Reukauf. Die Teilnahme an dem Prozess solle aber freiwillig sein. Angesprochen seien Menschen, die Interesse und Spaß am Thema Digitalisierung haben. Mit einer Gegenstimme ermächtigte der Gemeinderat Bürgermeister Totzauer, die Bewerbung einzureichen und einen Vertrag abzuschließen. 

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