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Ein provisorischer „Spukschutz“ zwischen Kassenkraft und Kunden soll die Tröpfcheninfektion verhindern.

Auch die neue Nachbarschaftshilfe kauft dort ein

Schöngeisinger Dorfladen brummt in Corona-Krise

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Jahrelang musste der Dorfladen in Schöngeising immer wieder ums Überleben kämpfen. Doch jetzt, in der Krise, steht er hoch im Kurs. Die Bürger sind froh, sich am Ort versorgen zu können. Auch die neu gegründete Corona-Nachbarschaftshilfe kauft im Dorfladen ein.

Schöngeising„Es ist erstaunlich“, sagt Gerhard Liebmann, einer der beiden Vorsitzenden des genossenschaftlich organisierten Ladens. In der vergangenen Woche lag der Umsatz um 50 Prozent höher als im Durchschnitt. Sowohl die Anzahl der Kunden sei gestiegen als auch der Umsatz pro Kunde. Liebmann vermutet, dass viele die Menschenansammlungen in den großen Supermärkten meiden wollen.

Gerhard Liebmann, einer der beiden Vorsitzenden des genossenschaftlich organisierten Ladens: „Es ist erstaunlich.“

„Die Leute kaufen viel mehr ein als sonst“, bestätigt Susi Haberlik, stellvertretende Geschäftsführerin des Dorfladens. „Man merkt, dass viele Home-Office machen und mehr zu Hause kochen.“ Die Mitarbeiter hören viele positive Kommentare. Wer den Dorfladen bisher nur von außen kannte, staunt über seine Größe und darüber, „dass die Preise bei uns nicht höher sind als anderswo“, so Haberlik.

Vorratskäufe gab es allerdings auch. Produkte, die typischerweise gehamstert werden, sind deshalb im Dorfladen genauso knapp geworden wie in anderen Geschäften – Toilettenpapier, Küchenrollen, Mehl, fertige Pizzaböden und Hefe. „Im Großen und Ganzen“ funktioniere die Belieferung aber, betont Gerhard Liebmann.

Auch die Helfer der neu gegründeten Corona-Nachbarschaftshilfe kaufen im Dorfladen ein – „es sei denn, dass es etwas dort nicht gibt“, berichtet Gabriela Totzauer. „Gestern wollte eine Dame ein Pfisterbrot, da bin ich schnell nach Bruck in die Hofpfisterei gefahren.“

Die Gattin von Bürgermeister Thomas Totzauer hat unter dem Dach des Ökumenischen Helferkreises die Nachbarschaftshilfe ins Leben gerufen. Ziel ist es, Senioren oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem den Gang zum Einkaufen zu ersparen und damit die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus zu verringern. „Wir besorgen Lebensmittel und Medikamente und bringen sie direkt ins Haus.“

Abstand halten, und die Verkäufer waschen ständig ihre Hände: Auch an der Frische-Theke ist die Krise präsent.

Noch werde das Angebot allerdings sehr zögerlich angenommen, berichtet Gabriela Totzauer. Es stehen wesentlich mehr Helfer in den Startlöchern, als dass es Menschen gibt, die die Hilfe in Anspruch nehmen wollen. „Zunächst kam keine einzige Anfrage, dann drei in zwei Tagen.“ Viele Ältere würden keine Notwendigkeit sehen, sich Besorgungen abnehmen zu lassen, solange es ihnen gut gehe. Manche tun es dann doch – auf Drängen ihrer Angehörigen. Gabriela Totzauer erzählt: „Eine Dame sagte mir, dass ihr Sohn ihr jetzt verboten hat, einkaufen zu gehen – und dass sie doch das Angebot der Nachbarschaftshilfe wahrnehmen soll, wenn es das schon gibt.“

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