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Die stärkste Frau Europas: Das ist die Königin des Bankdrückens 

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Auf dem Rücken liegend auf einer Bank wird mit beiden Händen ein Gewicht abgesenkt und wieder nach oben gedrückt – das ist Bankdrücken. Die Königin dieser Kraftsport-Disziplin ist Regina Haas. Die Weltmeisterin wurde nun auch wieder stärkste Frau in Europa.

Schöngeising/Fürstenfeldbruck Wenige Monate nachdem sie in Japan zum 17. Mal in Folge Weltmeisterin geworden ist, hat die Schöngeisinger Kraftsportlerin Regina Haas auf europäischer Ebene weitere Maßstäbe gesetzt: In Luxemburg ließ die 57-Jährige wesentliche jüngere Mitkonkurrentinnen ganz alt aussehen und wurde erneut Europameisterin im Bankdrücken. Dabei wäre sie um ein Haar erst gar nicht zu den Titelkämpfen angetreten.

Gesundheitlich angeschlagen, hatte Haas zunächst erwogen, die Europameisterschaft komplett sausen zu lassen. Weil sie aber Hotel und Flug aus eigener Tasche bezahlen musste und schon gebucht hatte, reiste sie trotzdem nach Luxemburg. Stets an der Seite: Ihr Edelfan, die Brucker Lehrerin Beate Kleinhans, die Haas schon seit Jahren zu den Wettkämpfen begleitet.

Über allen thront Regina Haas bei der Siegerehrung mit Annett Pedersen (l.) und Ursula Hauser (r.).

In Luxemburg angekommen, lief der Athletin gleich ihre Dauerrivalin aus Dänemark über den Weg: Annett Peddersen hatte der Schöngeisingerin schon bei der WM in Japan arg zugesetzt – nicht nur sportlich, vielmehr mit Psycho-Tricks. So hatten die Dänen zunächst beim entscheidenden Weltmeisterschaftsduell Protest eingelegt. Erst ein Videobeweis brachte dann Sicherheit und Haas den Titel. Weshalb sich die beiden Konkurrentinnen auch bei der EM nicht gerade freudschaftlich gesonnen waren.

Diesmal aber war es die routinierte Trainerin an der Sportschule von Lorenz Westner in der Buchenau, die in die psychologische Trickkiste griff. Weil sie sich im Vorfeld nach einem Zeckenbiss nicht wie gewohnt auf die Meisterschaft vorbereiten konnte, pokerte Regina Haas hoch und eröffnete den Wettbewerb mit einem Anfangsgewicht 102,5 Kilo. Ähnlich wie in der Leichtathletik beim Hochsprung werden im Bankdrücken die Fehlversuche mit in die Wertung einbezogen. Pedersen hatte davon bereits einen auf dem Konto, als Haas 105 Kilo auflegen ließ und sie auch stemmte. Zuvor hatte die gebürtige Münchnerin bereits beobachtet, dass ihre Konkurrentin schon Schwierigkeiten hatte. Prompt waren die für die Dänin zum Titelgewinn nun erforderlichen 107 Kilo – der von Haas gehaltene Weltrekord – eine Nummer zu groß. Die Schöngeisingerin, die freitags und am Wochenende auch Semmeln und Brezn in der Bäckerei-Filiale von Werner Nau an der Landsberger Straße verkauft, gewann damit auch die Gesamtwertung aller 178 bei der EM angetretenen Frauen und holte gleichzeitig mit der deutschen Nationalmannschaft eine weitere Goldmedaille. An ihrer Seite im Teamwettbewerb war die in der Einzelwertung hinter Haas und Pedersen drittplatzierte Ursula Hauser aus Darmstadt.

Wie oft sie bislang eine Europameisterschaft gewonnen hat, kann Regina Haas auf Anhieb gar nicht mehr sagen. „Ich schätze so um die zehnmal, weil ich einige Male nicht dabei war.“ Dass sie 17-fache Weltmeisterin ist, weiß sie aber ganz genau.

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