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Investition von bis zu drei Millionen Euro

Der teure Traum vom  Gemeinschaftshaus

Kann sich Schöngeising ein Gemeinschaftshaus leisten? Das Landratsamt ist skeptisch. Nach momentanem Stand würde der Gemeinde keine Kreditaufnahme für den Bau bewilligt werden.

SchöngeisingEs wird von der Rechtsaufsicht sogar bezweifelt, dass aus dem kommunalen Verwaltungshaushalt der laufende Unterhalt des Gebäudes bestritten werden kann. Doch die Gemeinde lässt sich nicht entmutigen.

Der Ratsausschuss zur Realisierung des Projekts hat sich jetzt mit den Finanzen beschäftigt. Schöngeising ist zwar schuldenfrei und hat Rücklagen, doch das Geld reicht trotzdem nicht. Je nach Größe und Ausführung würde das Gemeinschaftshaus mit Sporthalle, Gymnastikraum, Umkleide- und Sanitärräumen voraussichtlich zwischen 2,3 und drei Millionen Euro kosten. Inwiefern mit dem Gebäude Einnahmen zu erzielen wären, ist offen. Von den Ortsvereinen würde man für die Nutzung wohl nur einen Anteil an den Betriebskosten, aber keine Miete verlangen, klang in der Sitzung durch.

Doch selbst bei Mieteinnahmen von 2000 Euro im Monat bliebe die Gemeinde auf einem Defizit sitzen, warnte Gabriele Kuhnke (CSU). Auch Kämmerin Kerstin Heldeisen riet zur Vorsicht. „Wenn wir jedes Jahr 30 000 bis 40 000 Euro darauflegen, belastet das unseren Haushalt extrem. Wir müssten dann andere freiwillige Leistungen streichen.“

Das aber will Bürgermeister Thomas Totzauer (FW) nicht. Auch die Option, Gemeindesteuern zu erhöhen, behagt niemandem. Totzauer kann sich Ausgabenkürzungen eher bei Investitionen vorstellen („nichts mehr über 100 000 Euro“) – sobald die Kinderhauserweiterung und der Umbau der Bahnhofstraße abgeschlossen sind.

Wilhelm Hörger (FW) schlug vor, das Gemeindehaus an der Kirchstraße zu verkaufen. „Das würde uns Geld bringen.“ Eva Gauck (SPD) brachte die Neuausweisung eines Wohngebiets mit einer entsprechenden Steigerung der Einnahmen aus Einkommenssteuern ins Gespräch. Die größte Hoffnung ruht aber auf der Gewerbesteuer. Wenn das neue Gewerbegebiet vollständig bebaut ist, rechnet die Gemeinde mit zusätzlichen Einnahmen von mindestens 100 000 Euro im Jahr.

Vize-Bürgermeister Hartmut Knobloch (FW) kritisierte die von der Kämmerei vorgelegten Haushaltsentwürfe als zu konservativ – in Wahrheit habe die Gemeinde in den vergangenen Jahren im Verwaltungshaushalt stets mehr erwirtschaftet als vorausgesagt worden war. „Wir rechnen uns klein.“ Knobloch stellte auch die geschätzten Betriebskosten für das Gemeinschaftshaus infrage. „Heizung, Strom und Reinigung sind zu hoch angesetzt.“

Die Hoffnung auf staatliche Zuschüsse musste Heldeisen dem Ausschuss nehmen. Denkbar sei höchstens eine Förderung durch das Amt für Ländliche Entwicklung im Rahmen einer Dorferneuerung, doch auf diesen langwierigen Prozess will man sich nicht einlassen. Nun soll abgewartet werden, wie der Haushalt 2018 aussieht – die Zahlen liegen voraussichtlich im März vor. Danach soll es – unter Beteiligung von Vereinen und Bürgern – an die Detailplanung gehen. (Ulrike Osman)

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