Auf kleiner Bühne ging es los: Die e rsten Auftritte spielten die Schöngeisinger Musikschüler noch in kleinem Kreis.

40 Jahre Heinrich-Scherrer-Musikschule

Vom Keller auf die große Musikbühne

Die erste Unterrichtsstunde fand in einem Hobbyraum im Keller statt. Im Haus des Musikfreundes Wilhelm Hörger senior, der es sich in den Kopf gesetzt hatte, andere für Musik zu begeistern und Unterricht zu geben. Jetzt feiert die Heinrich-Scherrer-Musikschule mit einem Konzert ihr 40-jähriges Bestehen.

Schöngeising – Was 1975 als Privatinitiative startete, entwickelte sich schnell. 1978 wurde der Musikverein Schöngeising gegründet. Aus den 13 Schülern der Anfangszeit sind inzwischen rund 300 geworden. Und mittlerweile können sich sogar Schüler in Landsberied (seit 1981), Türkenfeld (seit 1992) und Alling (seit 2005) an Instrumenten versuchen, in der Blaskapelle und im Chor mitmachen.

Der Lehrbetrieb der Schule steht dabei auch in der Nachfolge ihres Namensgebers: Heinrich Scherrer, seiner Zeit Soloflötist des Hoforchesters in München, lebte 30 Jahre seines Lebens und bis zu seinem Tod 1937 in Schöngeising; er bemühte sich um eine Wiederbelebung des musikalischen Brauchtums. In Scherrers ehemaligem Wohnhaus proben nun in der Musikschule seine jungen Nachfolger.

Wie bei Scherrer auch steht bis heute die Breitenförderung im Zentrum. Durch Kooperationen mit der Grundschule Grafrath und den Kindergärten sollen vor allem Jüngere für die Musik begeistert werden. Jeder soll die Chance bekommen, sein Talent zu entdecken.

Der musikpädagogischen Leiterin Monika Stöhr ist dieser Aspekt ihrer Arbeit besonders wichtig: „Es geht darum, den Kindern Spaß an der Musik zu vermitteln und ihnen etwas mitzugeben für die Zukunft. Und auch die Musik im Ort lebendig zu halten.“

Die Früchte dieser Arbeit sind in den Konzerten zu hören, die die Musikschule die vergangenen Jahren veranstaltet hatte. Unter anderem kamen mit „Rock It“ und „Jetzt oder Nie“ zwei eigens kreierte Musicals auf die Bühne, die zusammen knapp 4000 Zuschauer anzogen. Stöhr trifft heute noch ehemalige Schüler, die gerne an die Konzerte zurückdenken. „Ein junger Mann meinte, er erinnere sich noch gut an seine Rolle als Balu aus dem Dschungelbuch. Das bestätigt einen ungemein in der Arbeit.“ Für ihren Erfolg und den ehrenamtlichen Einsatz der Vorstandsmitglieder wurde die Heinrich-Scherrer-Musikschule 2011 mit dem Kulturförderpreis des Kulturvereins Fürstenfeldbruck ausgezeichnet.

Am kommenden Sonntag dürfen nun ausnahmsweise einmal die Lehrkräfte zeigen, was sie können. Aber auch fortgeschrittene Schüler stehen auf der Bühne. Das Konzert im Pfarrheim soll die Vielfalt der Musikwelt aus Pop, Jazz und Volksmusik abbilden. Und damit auch zeigen, was aus Musikstunden in einem Keller in Schöngeising vor über 40 Jahren entstanden ist. Gabriel Kroher

Jubiläumskonzert

„Ein Streifzug durch die Musikwelt“: So ist das Jubiläumskonzert am Sonntag, 22.  April, ab 17 Uhr im Pfarrheim Schöngeising überschrieben. Der Eintritt ist frei. Im Anschluss ist ein Empfang geplant. Zudem wird es eine kleine Ausstellung geben. Bereits am Samstag, 21. April, findet im Bürgerhaus von 14 bis 16 Uhr ein kostenloser Instrumente-Schnuppertag statt.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Die S-Bahn in der Region Fürstenfeldbruck: Ihr Problem ist ihr Erfolg
Drei S-Bahn-Linien durchziehen den Landkreis Fürstenfeldbruck. Neben Bus und Auto stellt die S-Bahn das wichtigste Verkehrsmittel in der Region dar. Tausende Pendler und …
Die S-Bahn in der Region Fürstenfeldbruck: Ihr Problem ist ihr Erfolg
15-Jährige in Puchheim von zwei Männern sexuell belästigt
Eine 15-Jährige ist am frühen Montagmorgen auf dem Aubinger Weg zu ihrer Arbeit gelaufen und dabei sexuell belästigt worden.
15-Jährige in Puchheim von zwei Männern sexuell belästigt
Läufer bringen in Puchheim Höchstleistung trotz Hitze
Es waren extrem heiße Temperaturen  für einen Frühlingslauf: 160 Läufer starteten in Puchheim. Nicht jeder wusste, mit dem Tropenklima umzugehen.
Läufer bringen in Puchheim Höchstleistung trotz Hitze
„Das Wichtigste ist die Liebe, der Rest kommt von ganz allein“
„Ich lese diese Geschichten über Diamanthochzeiten ja auch immer“, gibt Margarete Meßner zu und legt Bürgermeister Erwin Frauenhofer ein Paar Weißwürste auf den Teller. …
„Das Wichtigste ist die Liebe, der Rest kommt von ganz allein“

Kommentare