Azubis werden getestet

Wettbewerb soll Forstarbeit sicherer machen

In der Forstwirtschaft kommt es regelmäßig zu tödlichen Unfällen. Damit es im Wald sicher zugeht, soll der Wettbewerb der Auszubildenden der Forstwirtschaft eine sichere Arbeitsweise vermitteln. Neben dem präzisen Umgang mit Motorsäge und Spaten geht es auch um Wissen.

Schöngeising – Am Morgen des Wettbewerbs ahnte der spätere Sieger Alois Kalteis noch nichts von seinem großen Tag. „Ich hoffe auf das Mittelfeld“, gab er sich bescheiden. „Vielleicht kann ich in der Theorie etwas rausreißen.“ 45 Lehrlinge aus den Landkreisen Fürstenfeldbruck, Dachau und Landsberg traten am Jexhof gegeneinander an. Insgesamt gab es vier Stationen: zwei Schnitttests mit der Motorsäge, einen Pflanztest und einen Wissenstest, bei dem Zweige bestimmt wurden.

Die Ansprüche sind hoch: „Zwei Millimeter Abweichung“, ruft der Ausbilder nach einem Schnitttest an einem dicken Baum. Der Lehrling reagiert unzufrieden. Er weiß: Das reicht nicht.

Alois Kalteis macht an diesem Tag fast alles richtig. Der 18-Jährige holt 324 von 350 möglichen Punkten – und gewinnt. Beim Baumsetzen und einem Motorsägen-Wettbewerb erreicht er die volle Punktzahl.

Zwar hatte der Rosenheimer, der in Dachau arbeitet, im Vorfeld alle Stationen geübt, daheim sogar einen Baumstamm ausgehoben und zugeschnitten, doch der Erfolg kam überraschend: „Natürlich habe ich das Beste gehofft, aber es klappte auch alles sehr gut.“

Kalteis teilt sich den ersten Platz mit Andreas Lehmeier, Dritter wurde Franz-Xaver Seiler. Als Preise gibt es Helme, Maßbänder und Sonderkraftstoff für die Motorsäge. Die drei Erstplatzierten fahren zum Landesentscheid im Juni in Kielheim.

Wer den Forstwirtschaftswettbewerb gewinnen will, muss genau und sicher arbeiten. Und wissen, was er tut. Günter Biermayer, Leiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, erklärt: „Wir testen Wissen und Gerätebeherrschung. Diese Kombination ist in der Praxis wichtig, weil die Verletzungsquote in der Forstwirtschaft zur höchsten aller Berufe gehört.“ Das liege auch am laschen Umgang mit Sicherheitsvorschriften. Regelmäßig komme es zu tödlichen Unfällen, die durch bessere Kenntnis der Standards hätten vermieden werden können.

Der Forstliche Wettbewerb vermittelt und testet die Kenntnisse für mehr Sicherheit. Die Auszubildenden bereiten sich vor, lernen die richtige Arbeitsweise und wenden diese später auch praktisch an, so der Plan. Deswegen sind alle Stationen mit Ausbildern besetzt, die die richtige Vorgehensweise erklären. „Macht es langsam und sicher, aber macht es richtig. Dann passiert auch nichts“, heißt es beim Baumsetzen. Auch Kleinigkeiten wie die richtige Fußstellung werden genau beobachtet.

Der Forstliche Wettbewerb findet alle zwei Jahre statt. Er ist keine Pflichtveranstaltung für Auszubildende, die Teilnahme aber selbstverständlich. Neben der Technik geht es auch um das Wissen – über Abstände, Werkzeug und Lebensbedingungen.

Heute klappt alles. Niemand verletzt sich, die Ergebnisse sind gut. „Es freut mich, dass die Auszubildenden so gut vorbereitet erschienen sind“, meint Biermayer. (mas)

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