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Voller Spannung lauscht eine Schülergruppe den Ausführungen von Deniz Yasar (r.). Er berichtet von Eindrücken, die er bei der Beschäftigung mit dem Thema Toleranz und Respekt gesammelt hat.

Am Gymnasium Olching

Schüler-Ausstellung macht Toleranz erlebbar

Olching – Acht- und Zehntklässler am Gymnasium Olching haben sich mit ihren Religionslehrern mehrere Wochen intensiv mit den Themen Toleranz und Respekt beschäftigt. Die Ergebnisse stellten sie nun eine Woche lang in der Aula aus.

Zwar sieht der Lehrplan das Thema sowieso vor, doch: „Die Idee, sich in dieser Form damit zu beschäftigen kam aus der Elternschaft“, erzählt Religionslehrer Wolfram Nugel. Die Schüler gingen den Fragen nach: Was ist Toleranz und was bedeutet sie in den Religionen? Wie verhält sich das Christentum zu anderen Religionen? Es wurden Symbole gesucht und Meinungen gesammelt. Auch mit dem Thema „Mobbing“ setzten sich die Gymnasiasten auseinander. „Die Schüler zeigten eine hohe Einsatzbereitschaft“, freute sich Nugel.

Deniz Yasar und Sebastian Burgmeier führten Interviews in Olching und in der Münchner Fußgängerzone. „In Olching kamen wir mit den Menschen ganz gut ins Gespräch, während wir in München öfter Abneigung erfuhren“, erzählen die Zehntklässler. Sie stellten fest: Es gibt eine diffuse Angst vor dem Terror, die nicht unbedingt bei jedem begründbar ist, und: „Viele nehmen das Thema nicht sehr ernst, sind aber durchaus sensibilisiert, und das insbesondere seit den Anschlägen von Paris.“

Eines erstaunte sie: Der Ort eines Anschlages, ob im Westen oder Osten, habe entscheidenden Anteil für das eigene Sicherheitsempfinden. Denn Anschläge im Nahen Osten sind medial fast schon Alltag und irgendwie weit entfernt, derweil gleiche Szenarien in Paris oder Brüssel schneller Ängste hervorriefen.

Die Achtklässler beschäftigten sich mit dem Thema Mobbing, insbesondere mit dem kanadischen Schriftsteller Shayne Koyczan, der sich in dem Buch „Bis heute“ seine Erlebnisse von der Seele geschrieben hat. „Die Schüler sind sehr kreativ mit seinen Texten umgegangen“, berichtet Religionslehrerin Irene Feiner-Dill. Es entstanden Plakate und Zeichnungen, ein Film wurde gedreht und Gedichte formuliert. Gemeinsam ging man der Frage nach, wo Ausgrenzung beginnt.

Bevor Johannes Frühbauer vom Institut für Weltethos über „Religiöse Vielfalt als Herausforderung für ein friedliches Miteinander“ referierte, moderierten Schülervertreter eine Fragerunde mit dem Referenten. Eine Frage lautete: Warum schätzt man sich selber oder die eigene Religionszugehörigkeit eher tolerant ein, als andere? „Die eigene Selbsteinschätzung ist oftmals klarer, eine Fremdeinschätzung ist immer diffuser; Vorurteile entstehen durch Unwissen, Desinteresse oder auch Bequemlichkeit, besonders wenn eigene Erfahrungen fehlen“, verdeutlichte Frühbauer. Zwar sei der Begriff Intoleranz in der Regel negativ besetzt, doch Frühbauer betonte: „Intoleranz ist per se nicht negativ, wir sind beispielsweise intolerant gegenüber sexuellem Missbrauch oder Umweltsünden, eigentlich immer wenn Gewalt im Spiel ist, wenn Menschen in ihren Grundrechten verletzt werden.“

VON ANGI KIENER

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