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Bald fällt die Enscheidung

Schulbus: Jetzt auch Ganztags-Eltern sauer

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Fürstenfeldbruck - Nicht nur an der Schule Nord gehen die Eltern wegen der Umstellung auf den MVV-Bus auf die Barrikaden. Auch die Ganztagsschüler der Einrichtung am Niederbronnerweg sollen künftig mit dem ÖPNV fahren. Dabei wurde den Familien der Bus versprochen.

Der betreffende Schulbus startet in Puch und holt dann zusätzlich zu anderen Schulkindern etwa 20 kleine Brucker ab, die die erste und zweite Klasse des Ganztagszweigs an der Schule Mitte besuchen. Bei der Einführung dieser Betreuungsform 2014 wurde den Eltern diese Möglichkeit von der Stadt als Werbemaßnahme angeboten, wie es von Seiten der Verwaltung heißt. Sprich: Um das Angebot attraktiver zu machen.

Der Ganztagszweig (bis 16 Uhr) ist der einzige dieser Form in Bruck und wird von Kindern aus dem gesamten Stadtgebiet besucht. Nun aber sei der Zweig so gut angenommen, dass „der Bonus einer Beförderung mit dem Schulbus nach Einschätzung der Verwaltung nicht mehr nötig ist“. Das ärgert einige Eltern massiv. „Viele haben ihre Kinder nur deshalb angemeldet, und jetzt wird der Bus einfach gestrichen“, empört sich eine Mutter, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Sie hat auch Angst davor, dass ihr Sprössling künftig an der Schöngeisinger Straße aussteigen muss. Dann müssten die Kinder zwei Ampeln kreuzen. Momentan werden sie an der Dachauer Straße eingesammelt und abgesetzt. Von dort aus gehen sie über den Theresianumweg zur Schule.

Die Mutter ist aber auch sauer auf die Schulleitung, die nicht zu den Eltern gehalten habe. Wie es in einem Schreiben der Stadt heißt, hat die Leitung darum gebeten, auf den öffentlichen Nahverkehr umzustellen. „Ausgangspunkt der Schule waren die wiederkehrenden Probleme mit der Zuverlässigkeit des Busses, der daraus resultierenden Sorge um die Sicherheit der Kinder und anhaltende Elternbeschwerden. Mit dieser Problematik sind wir an die Stadtverwaltung herangetreten“, bestätigt Konrektorin Christine Widmann. Daraufhin habe es Gespräche mit der Verwaltung, mit dem Elternbeirat, mit Teilen des Stadtrates und mit Teilen der betroffenen Eltern gegeben.

ÖPNV muss vorrangig genutzt werden

Die Mutter aus dem Brucker Westen widerspricht dem. Erstens sei der Bus lediglich zwei Mal nicht gekommen. Außerdem seien die Eltern nicht informiert worden. Sie fühlt sich auch vom Elternbeirat schlecht beraten: „Man hat uns erst sehr spät Bescheid gegeben und gesagt, wir könnten eh nichts tun.“

Corinna Schneider, Vize-Vorsitzende des Gremiums, deren Tochter vom Fliegerhorst aus bereits seit der ersten Klasse mit dem MVV fährt, räumt ein: „Da ist allgemein viel schief gelaufen. Aber wir brauchen die beste Lösung für alle Seiten.“ Sie sagt, auch der Beirat habe erst sehr spät von der Umstellung erfahren. Daraufhin habe es einen Termin mit Eltern, der Zuständigen der Stadt, Andrea Wittkuhn, und der Vize-Schulleiterin gegeben. Wittkuhn betont: „Wir haben die Verpflichtung, den ÖPNV vorrangig zu nutzen.“

Trotzdem wurde in dem kurzfristig angesetzten Gespräch mit den Eltern ein Kompromiss beschlossen. Die Kinder, die den Ganztagszweig momentan schon besuchen, sollen noch bis Juli 2017 mit dem Schulbus fahren dürfen. „Damit sind die Eltern einverstanden“, sagt die Brucker Mutter. Doch fix ist damit noch nichts. Der Stadtrat muss am Dienstag noch über den Beschluss abstimmen. Dann entscheidet das Gremium auch, ob der Schulbus für die Kinder aus der Alt-Buchenau (Senserbergstraße), die die Schule Nord besuchen, erhalten bleibt.

Eltern fühlen sich missverstanden

Einige Eltern der Ganztagsschüler vom Niederbronnerweg fühlen sich im MVV-Streit falsch verstanden. Sie haben das Gefühl, als Zugpferd für die Umstellung des Schulbusses aus der Alt-Buchenau zur Schule Nord benutzt worden zu sein. „In der Sitzung mit den Buchenauer Eltern wurde das so hingestellt“, sagt eine Mutter. Die Mütter und Väter der Nord-Kinder appellieren derweil in einem erneuten Schreiben an die Stadträte, die Abschaffung des Busses aus der Alt-Buchenau zurückzustellen, bis eine sichere Alternative erarbeitet wurde. Sie bestätigen den Eindruck der Mitte-Eltern. Bei dem Treffen im Rathaus „wurde der Versuch unternommen, darzulegen, dass die Schulbussituation der Schule Mitte geklärt sei und alles dort prima liefe. Obwohl es seitens der Schule Mitte die gleichen Bemühungen gibt, den Schulbus beizubehalten, bis eine adäquate Alternative gefunden wurde.“

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