Schule am Gerner Platz: Nebulöse Vergabe

Puchheim – Umbau und Erweiterung der Grundschule am Gerner Platz werfen immer wieder Fragen auf. Bei zwei weiteren Auftragsvergaben wurde jetzt im Stadtrat Kritik wegen Kostensteigerungen und nicht nachvollziehbaren Auswahlkriterien laut.

Die Schreinerarbeiten für Innentüren und Holzverkleidungen liegen mit einem Preis von knapp 460 000 Euro um die Hälfte über der ursprünglichen Schätzung. Dies allerdings ist nach Verwaltungsansicht der boomenden Konjunktur und den dadurch gut ausgelasteten Unternehmen geschuldet. Nur zwei von 23 angeschriebenen Firmen hatten überhaupt ein Angebot abgegeben. Während dieser Auftrag an eine Rosenheimer Schreinerei schließlich bewilligt wurde, muss eine zweite Vergabe noch warten.

Die Möblierung der Klassenzimmer liegt zwar mit rund 135 000 Euro im Kostenrahmen, allerdings ist die vom Bauleitungsbüro ausgesuchte Firma aus Herzogenaurach nicht der günstigste Anbieter. Tatsächlich spielt in der sogenannten „Ausschreibungsmatrix“ der Preis zwar die wichtigste, mit einer Gewichtung von 50 Prozent aber nicht die allein entscheidende Rolle. Zu gleichen Teilen werden auch die Erfüllung technischer und gestalterischer Vorgaben beurteilt. Da es gerade beim letzten Punkt Ermessensspielraum geben könnte, soll das Auswahlverfahren noch einmal – im Ausschuss für städtische Bauten – vorgestellt und erläutert werden. Trotz der Kostensteigerungen bleibt der Umbau der Schule aber noch im Budgetrahmen von insgesamt 11,5 Millionen Euro.

Ähnliche Fragen wie zur Schule tauchten wenig später bei der Vergabe der Ingenieurleistungen für das neue Kinderhaus im Wohnpark Roggenstein auf. Bei diesem Projekt gibt es schon länger Kritik aus dem Stadtrat an den Höhe der Honorare für Architekten und Planer.

In diesem Fall wurde bemängelt, dass ein Büro aus Österreich, allerdings mit Filiale in München, den Zuschlag für Vergabe-Vorbereitung, Bauleitung und Objektbetreuung erhielt, während ein anderer Anbieter schon in Puchheim tätig war. Auch bei einer solchen Vergabe gibt es allerdings einen Kriterienkatalog, bei dem neben Erreichbarkeit und Verfügbarkeit auch die Größe des Unternehmens, die Erfahrung und die bisherige Leistungsfähigkeit bewertet werden.

Olf Paschen

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