Bessere und kostengünstigere Förderung

Schule Nord will offene Ganztagsbetreuung

Fürstenfeldbruck – Die Grundschule Nord könnte als erste Schule in Fürstenfeldbruck ein offenes Ganztags-Angebot bekommen, welches dann andere Arten der Nachmittagsbetreuung ersetzt. Dafür soll nun ein Konzept erstellt und ein Träger gefunden werden.

Seit diesem Schuljahr kann die offene Ganztagsschule (OGTGS) an interessierten Grundschulen in Bayern eingeführt werden – sofern diese den Antrag dazu von sich aus stellen. Unter offener Ganztagsschule versteht man ein Angebot, bei dem an mindestens vier Tagen in der Woche zusätzlich zum Vormittags-Unterricht die Schüler auch am Nachmittag betreut werden. Dort gibt es dann zum Beispiel Mittagessen, Nachmittags- oder Hausaufgabenbetreuung.

Nun möchte die Grundschule Nord eine offene Ganztagsschule anbieten. Die Schulleitung plädiert dafür. In Fürstenfeldbruck gibt es bisher an allen Grundschulen sogenannte Mittags- und Hausaufgabenbetreuungen mit vorwiegend ehrenamtlichen Kräften, welche nach dem regulären Unterricht stattfinden und für die man zahlen muss. Träger dieser Betreuungen ist überall die Ökumenische Nachbarschaftshilfe.

Mit einer offenen Ganztagsschule könnten die Schüler aber besser gefördert werden, argumentiert die Schulleitung Nord: Denn in der OGTGS arbeiten Schule und Betreuer enger zusammen und es gibt zumindest eine Fachkraft als Leitung. Ein weiterer wichtiger Aspekt dieses Angebots: Die Betreuung ist an vier Tagen in der Woche kostenlos, lediglich das Mittagessen muss von den Eltern bezahlt werden.

Damit könnten auch Kinder betreut werden, deren Eltern sich das bisher nicht leisten konnten. Die Kosten werden hauptsächlich von Zuschüssen der Regierung von Oberbayern abgedeckt, die Stadt müsste nach derzeitigem Stand jährlich 18 500 Euro an Förderung bereitstellen. Bei den Finanzen ist sich die Stadtverwaltung jedoch nicht sicher, ob das ausreichen würde. Denn sollte trotzdem ein Defizit entstehen, müsste dieses wohl die Stadt übernehmen, zusätzlich zu den 18 500 Euro an Zuschüssen.

Zudem gibt es noch andere Punkte zu bedenken, wie der zuständige Sachgebietsleiter Michael Maurer erklärte. So ist zurzeit der Arbeitsmarkt für pädagogische Fachkräfte ein Unsicherheitsfaktor – könnte für die Teilzeitstellen an einer OGTGS überhaupt Personal gefunden werden? „Wir sind uns auch in der Verwaltung nicht ganz einig“, sagte Maurer.

Bis auf die Schule Nord winken die übrigen Schulleitungen bei der Offenen Ganzstagsschule ab. Man könne aber die Einführung grundsätzlich beschließen – unter der Vorgabe, dass der Stadt keine weiteren Kosten entstehen.

Damit waren auch die Stadträte im Ausschuss für Integration, Soziales, Jugend und Sport einverstanden. Schulreferentin Claudia Calabrò (SPD) betonte, für sie sei der Aspekt der Kostenfreiheit vorrangig, denn damit könne man sozial benachteiligte Kinder fördern: „Das Argument sticht für mich.“

Ein Umstand, den auch Integrationsreferent Willi Dräxler (BBV) als entscheidend ausmachte. „Viele Familien nehmen andere Angebote wie den Hort nicht in Anspruch wegen der Kosten“, sagte Dräxler. Für Walter Schwarz (SPD) geht der Trend sowieso in Richtung Ganztagsschule. Dies sei ein Instrument zu Schaffung von Chancengleichheit. „Das ist ein kleiner, erster Schritt in die richtige Richtung.“

Nun wird der Elternbeirat der Grundschule Nord über die mögliche Einführung informiert und um Meinung gebeten. Weiterhin sucht die Schule jetzt nach einem externen Partner als Träger für die OGTGS und muss mit diesem dann ein Konzept erarbeiten. Bereits im Frühjahr könnte die offene Ganztagsbetreuung für das Schuljahr 17/18 beantragt werden.

Fabian Dilger

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