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Die Nachfrage nach Krippenplätzen wurde in den vergangenen Jahren immer höher.

Personalmangel ist groß

So schwierig ist der Ausbau von Kita-Plätzen

Landkreis - Egal, ob Stadt oder Land: Die Probleme im Bereich der Kinderbetreuung sind überall die selben: Es gibt zu wenig Plätze und zu wenig Personal. Dabei haben Eltern seit zweieinhalb Jahren sogar Anspruch auf einen Platz.

Beispiel Landsberied: Das Dorf ist mit 1500 Einwohnern eine der kleinsten Landkreis-Gemeinden – und es hat eine Bürgermeisterin, als eine von nur zwei Ortschaften im ganzen Kreis. Sie ist zweifache Mutter, ehrenamtliches Mitglied im Elternbeirat des Kindergartens, sie ist Schul- und Kindergartenreferentin im Gemeinderat und oberste Dienstherrin des Kinderhauses mit zehn Angestellten. Andrea Schweitzer also kann lange über Kinderbetreuung referieren.

Der Rechtsanspruch habe alles geändert, sagt sie. Als im Frühjahr 2013 ihr Vorgänger im Gemeinderat darüber informierte, dass man Krippenplätze am Kindergarten anbauen müsste, fühlte sie sich wie viele ihrer Kollegen erst einmal überrollt. „Wir haben zuvor überhaupt keinen Gedanken daran verschwendet, dass wir in unserer kleinen Gemeinde eine Krippe bauen“, sagt sie. Und dann musste plötzlich alles ganz schnell gehen – übrigens genauso wie im einwohnerstärksten Ort des Kreises, in Germering, wo die Größenordnungen natürlich andere sind.

"Weniger Bedarf wird es nicht werden"

In der Großen Kreisstadt gibt es insgesamt 330 Krippenplätze in städtischer und freier Trägerschaft. „Natürlich haben wir mehr machen müssen als vorher“, sagt der Leiter des Sozialamts, Martin Rattenberger, zur Entwicklung seit 2013. Einig ist man sich aber in beiden Kommunen: Die Nachfrage nach Krippenplätzen wurde durch die Garantie auf einen Betreuungsplatz stark erhöht. Ein Ende der Fahnenstange sei nicht in Sicht, sagt Gerd Weinhart von der Stadt Germering: „Weniger wird es auf keinen Fall werden.“ Rattenberger rechnet auch damit, dass die finanzielle Belastung für die Kommunen weiter steigen wird.

Dabei ist klar: Mit der Einweihung neuer Krippen ist es nicht getan. In den kleineren Gemeinden sind etwa die Betriebskosten für die Einrichtung einer der größten Posten, die jährlich fällig werden. Den Großteil machen dabei die Personalkosten aus – und gerade hier herrscht Mangel. „Das ist eine Katastrophe“, sagt Landsberieds Bürgermeisterin Andrea Schweitzer. „Man muss sich um das Personal streiten“, sagt Rattenberger. Germering zahlt Zulagen und bietet Wohnungen.

"So funktioniert es nicht!"

Der Gesetzgeber habe die Frage vergessen, wer die Kinder betreuen soll, kommentiert Schweitzer. „So funktioniert es hinten und vorne nicht.“ Zweimal hat sie schon eine Stelle vergeblich ausgeschrieben, die wegen Schwangerschaft neu besetzt werden musste. Trotzdem: Mit Klagen von Eltern mussten sich bislang weder Germering noch Landsberied auseinandersetzen – wie übrigens die meisten Gemeinden Bayerns.

Und grundsätzlich finden viele den Rechtsanspruch sogar gut. Andrea Schweitzer beispielsweise aus privater Sicht: Die Verwaltungsfachwirtin musste nach der Geburt der Kinder Abstriche bei ihrem Beruf machen: „Ich habe massiv Arbeitszeit reduzieren müssen.“ Nur dank Betreuung durch die Großeltern konnte sie einigermaßen zügig wieder einsteigen. „Wichtig ist, dass man die Wahlmöglichkeit hat“, sagt Weinhart.

Dass zu den schon bestehenden Herausforderungen noch eine weitere kommt, wird bereits in beiden Kommunen deutlich: Mit den vielen Flüchtlingen gilt es automatisch, noch mehr Kinder zu betreuen. Rattenberger: „Das ist schließlich der springende Punkt bei der Integration.“

Nur: Wie das alles bewältigen? Hilfen oder Signale von höheren Stellen hat man bisher in den Kommunen dazu noch nicht vernommen.

Fabian Dilger

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