Bürgerempfang

Sechs Puchheimer geehrt

Puchheim -  Beim Bürgerempfang der Stadt wurden sechs Puchheimer für etwas geehrt, was Rathaus-Chef Norbert Seidl als „Zivilcourage“ oder auch als Verbindung von „Grips und Herz“ umschrieb.

Wer zweieinhalb Stunden auf Bachsaibling oder Wildragout wartet, muss schon kurzweilig oder aber tiefgründig unterhalten werden. Beides gelang beim Bürgerempfang der Stadt am Freitagabend im PUC, bei dem das Jugendkammerorchester gewohnt gekonnt den musikalischen Part übernahm und sechs Puchheimer für etwas geehrt wurden, was Rathaus-Chef Norbert Seidl als „Zivilcourage“ oder auch als Verbindung von „Grips und Herz“ umschrieb.

Diese neuen Träger der Bürgermedaille haben sich erst im Ruhestand oder schon seit Jahrzehnten in Puchheim oder in Indien für Kranke und Schwache oder die Mitmenschen eingesetzt. Als Laudatoren traten unter anderem die Kinder von Stadträten auf.

Fast alle Geehrten versicherten in kurzen Dankesworten, dass viele andere solche Auszeichnung viel mehr verdient hätten. Aber einem der Preisträger gelang es, in Wort und Ton für eine besonders anrührende Stimmung zu sorgen. Alexander von Bothmer, Gründer des Parkinson-Stammtisches, sang zwei Zeilen aus Brechts Dreigroschenoper, in denen es um die geht, die im Dunklen stehen. Denn bei aller berechtigten Wertschätzung für öffentlich bekanntes ehrenamtliches Engagement – von jenen im Dunklen, die ohne aufzufallen beispielsweise ihre Angehörigen pflegten und dabei mitunter physisch und psychisch zugrunde gingen, sei kaum jemals die Rede.

Geehrt wurden auch Alois und Maria Mahl. Er ist vor allem bekannt für seinen langjährigen Einsatz beim Entwicklungverein Campo Limpo, seine Frau unter anderm für den Krankenhaus-Besuchsdienst. Preisträger sind außerdem Horst Steiner, seit Jahrzehnten in der katholischen Kirchenverwaltung tätig, und der ehemalige Seniorenbeiratsvorsitzende Kuno Saatze, der nach eigenen Worten mit dem Ruhestand anfing, sich in Puchheim zu integrieren. Schließlich noch Renate Weidauer, Mitgründerin von Volkshochschule und SeniorenSchreibtisch. „Wir Menschen sind immer nur dann Menschen, wenn wir uns unter Mitmenschen bewegen,“ sagte sie.

Bürgermeister Seidl hatte in seiner einleitenden Ansprache solchen Einsatz dem gegenüber gestellt, was er „digitales Denken“ nannte. Wer nur zwischen 0 und 1, Freund und Feind, Schwarz und Weiß unterscheide, wer wie Dresdner Demonstranten Ausgrenzung und Menschenverachtung predige, brauche keine Courage, wie sie die später geehrten Puchheimer vorlebten. Für solchen Mut müsse man sich aufs Nachdenken einlassen, nach Antworten zwischen 0 und 1 und eben nach der Würde des Menschen suchen. (op)

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