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Seit 100 Jahren bewegt der TSV Jesenwang den Ort

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Von: Andreas Daschner

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Eine Turnerriege aus dem Jahr 1922.
Die Turner der ersten Stunde. © TSV Jesenwang

Über 700 Mitglieder und zwölf Abteilungen: Diese Bilanz kann der TSV Jesenwang anlässlich seines 100. Geburtstag ziehen. Das Jubiläum feiert der Verein mit einem dreitägigen Fest auf seinem Sportgelände. Das wiederum liegt am Innonzenz-Stangl-Weg, der an den wohl berühmtesten Sohn des TSV erinnert.

Jesenwang – Es war im Jahr 1936, als das kleine Dorf Jesenwang auch in Berlin bekannt wurde. Innozenz Stangl – von allen nur Inno genannt – holte mit der Deutschen Turnergarde bei den Olympischen Spielen in der Hauptstadt die Goldmedaille im Mannschaftsmehrkampf. Die höchste Ehre, die je einem Mitglied des TSV Jesenwang zuteil wurde. Den Verein gab es damals gerade einmal seit 14 Jahren. Seine Wiege hatte er in der Nachbargemeinde Moorenweis.

Dort war bereits 1920 ein Turnverein gegründet worden. Am Turnbetrieb nahmen damals auch mehrere junge Burschen aus Jesenwang teil – unter anderem Fritz Wex und Andreas Stangl. Schnell reifte der Gedanke, in Jesenwang einen eigenen Turnverein ins Leben zu rufen. Am 15. Januar 1922 war es dann so weit.

Erstes Gerät war ein Balken

Knapp 30 Gründungsmitglieder hoben den TSV aus der Taufe und wählten Hans Hillmeier zum ersten Vorsitzenden. Schriftführer und Kassier Xaver Wex, Turnwart Fritz Wex und Beirat Max Walch komplettierten den Vorstand. Und auch ein erstes Turngerät war schnell beschafft. Zehn Tage nach der Gründung, kauften die Jesenwanger dem TSV Moorenweis einen hölzernen Barren ab. Der Preis damals: 5200 Mark.

Seitdem ist der Verein – unterbrochen von den furchtbaren Kriegsjahren 1936 bis 1945 und einem Mitgliederschwund in den Jahren nach dem Krieg – stetig gewachsen. Konzentrierte sich das sportliche Vereinsleben zunächst aufs Turnen, so hielt ab 1962 der Volkssport Fußball Einzug beim TSV.

Breitensport wird ausgebaut

Ab 1963 legte der damalige Vereinschef Josef Stangl auch ein verstärktes Augenmerk auf den Breitensport. Immer mehr Sportarten etablierten sich. Heute zählt der Verein mehr als 700 Mitglieder und zwölf Abteilungen. Badminton kann hier ebenso betrieben werden, wie Fußball, Fitnessgymnastik/Bodystyling, Herren-Gymnastik, Power-Dance-Aerobic, Schießen, Tanzen, Tischtennis, Volleyball, Yoga und natürlich Turnen.

Beim TSV wird auch Theater gespielt

Doch das sind nur elf Abteilungen. Der Grund ist ein einfacher. Abteilung Nummer zwölf ist nicht sportlich, sondern kulturell aktiv: Die Theatergruppe, die nach mühseligem Bühnenbau im Jahr 1924 ihr erstes Stück „Die Liesl vom Schliersee“ aufführte.

Die Sportanlage feiert heuer übrigens ebenfalls Jubiläum: Vor 30 Jahren, also 1992, hat die Gemeinde den fertigen Sportplatz und das Vereinsheim an den TSV Jesenwang übergeben. Und hier schließt sich der Kreis wieder zum berühmtesten Sohn des Vereins. Die Anlage liegt am Innozenz-Stangl-Weg.

Drei Tage lang wird gefeiert

Der 100. Geburtstag wird am am Wochenende, 22. bis 24 Juli, gebührend auf dem Sportplatz gefeiert. Vorsitzender Werner Winkler und sein Team haben am Freitag von 17 bis 22 Uhr einen Biergarten mit Musik von den „Oimara“ geplant.

Die E-Jugend der Fußballer kickt am Samstag von 9 bis 12 Uhr bei einem Turnier zum Jubiläum. Von 17 bis 18 Uhr ist der Einzug ins Festzelt am Sportgelände geplant, wo anschließend Ansprachen und Ehrungen stattfinden und bei Musik von den „Bavarian Deperados“ gefeiert wird.

Am Sonntag klingen die Feierlichkeiten bei einem Familientag von 11 bis 16 Uhr aus. Dabei gibt es lustige Sportspiele und Auftritte der Abteilungen Turnen und Tanzen zu sehen. Der Eintritt zu allen Programmpunkten ist frei. ad

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