Bürgermeister Riepl:Gemeinde kauft keine Anteile am Heim.

Oberschweinbach

Seniorenheim als Anlagemodell

Oberschweinbach – Das Seniorenpflegeheim „Am Klostergarten“ soll, wie berichtet, stückchenweise an Privatleute oder Firmen verkauft werden.

 Und das Interesse, eines der 119 Apartments als Kapitalanlage zu erwerben, ist offenbar groß. Rund 70 potentielle Anleger hatten sich zu einer Informationsveranstaltung im Säulensaal des Brucker Veranstaltungsforums angemeldet.

Dort erfuhren sie unter anderem, dass eine Wohneinheit rund 160 000 Euro kosten soll. Die niedersächsische Wirtschafts-Haus-Gruppe hat das Heim nach zweijährigen Verhandlungen von dem niederbayerischen Investor erworben, der es ursprünglich gebaut hat. Nun wird es weiter verkauft, und zwar bewusst nicht an einen Großinvestor, der nur auf eine maximale Rendite aus wäre, so Wirtschafts-Haus-Vorstand Sandro Pawils, 35, zum Tagblatt.

Vielmehr sollen Kleinanleger zum Zuge kommen, die in Zeiten niedriger Zinsen nach alternativen Anlageformen suchen. Zusätzlich zum 22 Quadratmeter großen Pflegeapartment erwirbt jeder Käufer einen 27 Quadratmeter großen Anteil an den Gemeinschaftsflächen. Die Miete von monatlich 65 000 Euro, die der Pflegeheimbetreiber Casa-Reha für das Gebäude zahlt, wird unter den Eigentümern aufgeteilt.

Der aktuelle Mietvertrag läuft laut Pawils noch zwölf Jahre, anschließend gibt es eine Verlängerungsoption von zweimal fünf Jahren. Während dieser gesamten Zeit bleibt die Miete stabil. Steigen könnte sie nur im Falle stark anziehender Lebenshaltungskosten – an diese ist sie per Index gekoppelt. Für die Bewohner des Heims soll sich durch den Eigentümerwechsel nichts ändern. Die Käufer können mit den Apartments zwar verfahren wie mit jeder normalen Eigentumswohnung - sie also vererben, verschenken, beleihen oder weiterverkaufen, so Pawils. Ein Eigennutzungsrecht haben sie jedoch nicht.

Das Risiko von Leerständen liegt allein bei der Casa-Reha, ebenso wie die Festsetzung der Preise, die die Heimbewohner zahlen. Mit einer sinkenden Belegung rechnet Pawils nicht. „Das Haus hat ja bereits acht Jahre lang bewiesen, dass es funktioniert.“ Derzeit seien von 139 Plätzen 123 belegt.

Einer, der die Informationsveranstaltung mit Interesse verfolgte, war der Oberschweinbacher Bürgermeister Norbert Riepl. Nicht, weil die Gemeinde darüber nachdenkt, als Anleger aufzutreten. „Das Heim ist sozial und gesellschaftlich wichtig für den Ort.“ Zu dem Gebäudekomplex gehört eine Kirche, die der Eigentümer des Heims mit erwirbt. „Er übernimmt auch die Betriebskosten und die Verpflichtung zur Instandhaltung“, so Riepl.

Derzeit sei die Kirche, für die die Gemeinde ein Nutzungsrecht habe, in einwandfreiem Zustand. In der Zukunft anfallende Renovierungskosten sollen laut Pawils zu gleichen Teilen unter allen Eigentümern aufgeteilt werden. ulrike osman

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