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Yoga in inspirierender Umgebung:  Als Praktikantin kam Verena Maria Mangala Wendt auf den Jexhof und ist hier seitdem in ihrem Element.

Portrait

Sie organisiert das Handwerkerprogramm für die Kleinen am Jexhof

Der Jexhof ist in erster Linie ein Bauernhofmuseum. Doch für viele Menschen ist er weit mehr. Die Kunsttherapeutin und Kulturpädagogin Verena Wendt kann hier seit fast zehn Jahren ihre Vorstellung von kindgerechter Bildung vermitteln.

Jexhof – Wenn Verena Maria Mangala Wendt vom Jexhof spricht, leuchten ihre Augen. Begriffe wie „Glückseligkeit“ und Sätze wie „Das ist total meins“ sprudeln aus ihr heraus. Seit fast zehn Jahren arbeitet die Kunsttherapeutin und Kulturpädagogin im Bauernhofmuseum – und ist dort total in ihrem Element.

Wendt organisiert Sonderveranstaltungen und Jahreszeitenfeste, macht Führungen und betreut die Kinderwerkstätten. Hier dürfen Fünf- bis Zwölfjährige ihr Geschick an der Werkbank und im Umgang mit Holz, Filz, Ton oder Schafwolle erproben.

Wichtig ist nicht, dass das Resultat hinterher super aussieht. Sondern, dass die Kinder das Gefühl erleben, selbst etwas geschaffen zu haben. Sehr beliebt ist auch die „alte Schule“, in der man Tinte anrührt und mit Gänsefedern Buchstaben in Sütterlinschrift zu Papier bringt. „Das sind alles meine Ideen, die ich gut mit dem Museumsleiter umsetzen kann“, erzählt die gebürtige Hessin, die seit vielen Jahren in Herrsching lebt.

Die Begeisterung fürs Handwerkliche hat Wendt von ihrem Vater mitbekommen. „Er hatte eine kleine Werkstatt, da durfte ich als Kind mitarbeiten.“ Sägen, streichen, lasieren, töpfern: „Das fand ich unglaublich spannend“. Studiert hat sie in München, Kunsttherapie und Kulturpädagogik. Da liegen die Traumjobs nicht unbedingt auf der Straße.

Man riet den Studierenden, über Praktika den Weg ins Arbeitsleben zu suchen. Wendt machte ein Praktikum auf dem Jexhof – und blieb dort. Außerdem ist sie in den Museen in Starnberg und Landsberg tätig und gibt an der VHS Gilching Yoga-Kurse für Männer. „Ich könnte auch im Krankenhaus arbeiten, aber das ist mir zu stumpf. Ich möchte, dass die Menschen gar nicht erst krank werden.“

Verena Maria Mangala – von ihren drei Vornamen ist ihr der dritte der wichtigste. Den haben ihr nicht ihre Eltern gegeben, sondern ihr Yogameister in einem Ashram im Westerwald. Was der Name bedeutet, soll eigentlich ein Geheimnis bleiben, doch in Zeiten von Google & Co. ist zu erfahren, dass Mangala so viel heißt wie „Glück, Segen, glückbringendes Gebet“.

Zu der quirligen, jugendlich wirkenden 54-Jährigen passt das perfekt. Wer in ihre Museumsführungen kommt, bei ihren Aktionstagen und Kursen mitmacht, wer bei ihr Yoga lernt, soll „glücklich wieder gehen“. Ein weiteres Ventil für Wendts schier unerschöpfliche Kreativität ist ein Buch, das sie gerade schreibt. Darin geht es um knollennasige Fabelwesen, die Kinder wieder in die Kinderwelt zurückholen – raus aus der durchgetakteten Freizeit mit Ballettgruppe, Musikunterricht und Sporttraining, rein in eine Welt, in der sie spielen, auf Bäume klettern, sich schmutzig machen und sich die Knie aufschlagen dürfen.

Das Thema Kindheit und wie sie gestaltet wird, liegt der dreifachen Mutter sehr am Herzen. Ihre heute 29, 27 und 24 Jahre alten Söhne („tolle Jungs“) hat sie anthroposophisch aufgezogen – ohne Fleisch, ohne Impfungen, aber nicht ohne Fordern, Fördern und geschickte Motivation. „Wenn ich ihnen eine Geschichte vorgelesen habe, habe ich oft an der spannendsten Stelle aufgehört. Dann konnten sie gar nicht anders, als selber weiterzulesen.“

Wenn die Pädagogin in ihr beobachtet, wie Kinder einerseits zu kleinen Erwachsenen gemacht und ihnen andererseits keine Grenzen gesetzt werden, ist das für Wendt ein Graus.

Als ihr Mann die Familie aus beruflichen Gründen für zwei Jahre nach England verpflanzte, leitete Wendt dort eine Vorschule, in der die Kinder muszieren und malen durften, ihren eigenen Kräutergarten pflegten und Essen vom Biohof bekamen. Der jüngste ihrer Söhne war auch unter den Schützlingen. Wendt erinnert sich gern an diese Zeit, der Sprössling weniger, erzählt sie und lacht. „Die Mama als Lehrerin, das fand er eher uncool.“ (Ulrike Osman)

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