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Sie will mehr Miteinander an der Mittelschule

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Die Pädagogin ist auch gelernte Puppenspielerin: Alice Nüßl. Ob der Kasperle auch in der Olchinger Mittelschule zum Einsatz kommen wird, wird sich noch zeigen. © Gehre

Sie ist Lehrerin aus Leidenschaft, bezeichnet sich selbst als Lobbyistin für Kinder und ist seit diesem Schuljahr Konrektorin an der Mittelschule Olching. Für ihre neue Wirkungsstätte hat Alice Nüßl bereits große Pläne.

Olching – „Ich bin ein ganz fröhlicher Mensch“, sagt Alice Nüßl. Ein Hinweis, den sich die 56-Jährige getrost sparen könnte. Wer sich eine Weile mit der Pädagogin unterhält, erkennt schnell die Frohnatur der Mutter dreier Kinder. Das Glas ist bei ihr immer halb voll, das Miteinander zieht sie stets dem Gegeneinander vor, statt Risiken sieht sie Chancen. So hat sie es schon immer gehalten in ihrer Laufbahn als Lehrerin. Und so will sie es auch jetzt machen, als Konrektorin an der Olchinger Mittelschule.

Einen guten Monat ist die gebürtige Niederbayerin jetzt an ihrer neuen Wirkungsstätte tätig, nachdem sie viele Jahre an der Kerschensteiner Schule in Germering unterrichtete. Dass es in Olching noch vor wenigen Monaten Mobbing-, Gewalt- und Chaosvorwürfe hagelte, kann Nüßl kaum glauben. „Die Situation an der Schule ist sehr positiv“, sagt sie. Aber natürlich weiß die erfahrene Pädagogin, dass man dafür arbeiten muss. Wie, darüber hat Alice Nüßl schon ganz konkrete Vorstellungen.

Ihr Grundsatz: Miteinander statt gegeneinander. So wurde etwa zu diesem Schuljahr in einer Klasse als Pilotprojekt ein so genannter Klassenrat eingeführt. Das Gremium tagt einmal pro Woche. Die Schüler suchen zusammen nach Lösungen für aktuelle Probleme in der Klassengemeinschaft. Sozialverhalten und Empathie sollen so gefördert werden.

Große Hoffnung setzt Nüßl auch in die Schulsozialarbeiterin. Ihr könnten sich Schüler gänzlich anvertrauen – denn sie unterliegt der Schweigepflicht. Sind die Fronten innerhalb einer Klasse extrem verhärtet, kann die Sozialpädagogin auch einen Projekt-Tag – etwa im Haus für Jugendarbeit in Gelbenholzen – einschieben.

Zum Miteinander-Motto gehören auch die Band-Klassen, in denen die Schüler gemeinsam Musik machen. Ergänzt werden soll dieses Konzept durch Theater-Klassen, in denen die Schüler analog zum Musizieren gemeinsam auf die Bühne steigen.

Und natürlich hat Alice Nüßl auch eine Vision für die Zukunft. In dieser verbindet sie ihre Leidenschaft für die Schule mit ihrer zweiten großen Passion – dem Puppenspielen. In ihrer Freizeit unterhält die 56-Jährige Kinder in ihrem Theater in Überacker, wo die Pädagogin auch lebt. Übertreiben will es Alice Nüßl aber nicht mit den neuen Ideen. Kinder und Kollegen sollen ja nicht überfordert werden. Und sie sollen auch eigene Ideen und Vorschläge einbringen. Deshalb ist die Bürotür der Konrektorin mit dem großen Willkommensschild in der Regel immer offen. „Denn miteinander sprechen ist das Wichtigste.“ (tog)

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