Transall im Retro-Look: Mit dieser Sonderlackierung wird Penzing verlassen. Foto: mjk

Fliegerhorst

„Silberne Gams“ rollt bald zur Schrottpresse

Eine Sonderlackierung haben sich die Penzinger Piloten zu ihrem 60. Geschwaderjubiläum selbst geschenkt. Der Tag der Bundeswehr markiert aber auch den Abschied aus der Region: Das Geschwader wird aufgelöst, die Transalls verschwinden nach Norddeutschland.

Penzing – Rockmusik-Bässe wummern vor dem Hangar, langsam gleiten die großen Tore auf, Laserspots stochern wild in dem Nebel, der aus der dunklen Halle wabert. Ein Schlepper zieht die Maschine aus den dichten Schwaden in das gleißende Licht des wolkenlosen oberbayerischen Himmels. Die silbrige Außenhaut lässt die Augen noch mehr blinzeln. Showtime auf dem Fliegerhorst Penzing für eine ganz besonders lackierte Transall: Die „Silberne Gams“ rollt zu ihrem Erstflug in der Jubiläumslackierung.

Zum Ende der 60-jährigen Geschwadergeschichte gibt es einen Blick auf den Anfang. Denn in dieser silbrigen Anmutung wurden die ersten Transalls, die seit 45 Jahren von Penzing aus in alle Welt Soldaten, Politiker, Hilfsgüter und Ausrüstung transportieren, einst von den Vereinigten Flugtechnischen Werken bei Bremen an die Luftwaffe ausgeliefert. Die 51+01, so ihre überdimensional große Kennung am Rumpf, ist eine Penzinger Transall der ersten Stunde, auch wenn sie zwischendurch das „Fahrschul-Flugzeug“ für die Pilotenanwärter in Hannover war. Auf ihrem „Tacho“ stehen 14 029 Flugstunden und 15 215 Landungen.

Am Ende des Jahres ist Schluss – für das Lufttransportgeschwader 61 und für die „Silberne Gams“. Die Maschine wird nicht mehr in NATO-oliv „zurücklackiert“, sondern fliegt in die Schrottpresse. Vielleicht findet sich auch noch ein Museum, das den „Engel der Lüfte“, wie die Transall seit den Hilfseinsätzen bei der Hungerhilfe in Äthiopien genannt wird, auf den Sockel stellt.

Die Idee des Retro-Looks wurde in Gesprächen im Kasino geboren. „Ursprünglich geplant war, den olivgrünen Tarnanstrich runterzuschmirgeln, bis das silbrige Blech erscheint“, so Oberstleutnant Klaus Schierlinger, der den Entstehungsprozess von der Idee bis zum Rollout begleitete. Dies ließ sich nicht realisieren. Stattdessen wurde der ursprüngliche Anstrich nur angeraut und anschließend wurden zwei Weiß-Metallic-Farbschichten aufgebracht. Sogar die bayerischen Rauten auf dem Seitenruder sind silbrig gehalten. Das einzig Farbige ist das Schwarz-Rot-Gold der Deutschland-Fahne. Markant prangt der Kopf der Gams, das Wappentier des Lufttransportgeschwaders 61, auf dem Seitenleitwerk.

Das schwarz-weiße Logo des Jubiläums, die große 60 mit den drei geflogenen Transportflugzeugen sowie dem Hubschrauber Bell UH 1-D, bis vor kurzem in Penzing stationiert, ziert beide Seiten des Rumpfes. Nach dem Wiegen stand fest: Die rund 28 Tonnen schwere Maschine ist um 240 Kilogramm Farbe schwerer geworden. (mjk)

Der Tag der Bundeswehr

mit Flugprogramm findet am Samstag, 10. Juni, von 9 bis 17 Uhr am Fliegerhorst Penzing statt. Shuttlebusse bringen die Besucher zur Kaserne. Infos auf www.tag-der-bundeswehr.de

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