Computerbegeisterte Senioren (v.l.): Für Horst Kaschütz, Edith Kleemann, Rudolf Zinn, Jana Bauernfeind, Rudolf Kolb und Peter Doll sind Fotobearbeitungsprogramme und das Internet kein Buch mit sieben Siegeln. Foto: tb

Silver-Surfer erorbern die Computerwelt

Fürstenfeldbruck - Immer mehr Vertreter der Generation 60 Plus entdecken Computer und Internet für sich.

In Seniorenheimen werden E-Mails gecheckt, anderswo treffen sich Silver-Surfer, um gemeinsam ihrer Computer-Leidenschaften zu frönen.

„Ein Leben ohne Computer kann ich mir nicht vorstellen. Vier Wochen ohne Fernseher vielleicht, aber vier Wochen ohne PC auf keinen Fall.“ Diese Feststellung stammt nicht etwa von einem Teenager. Das sagt Horst Kaschütz, Jahrgang 1938.

Kaschütz ist Gründer des ComputerPoints in Germering und begeisterter PC-Nutzer. Der ComputerPoint ist ein offener Verein für Senioren. Dort surfen reifere Damen und Herren gemeinsam im Internet. Die versierteren unter ihnen helfen den anderen wenn’s Probleme gibt. „Meistens sind es Softwareprobleme, oder dass einer seine Urlaubsbilder nicht mehr findet“, erklärt Peter Doll (64), einer der Betreuer.

Wer die Silver-Surfer zum ersten Mal besucht, staunt über die EDV-Kenntnisse der Senioren. Stolz zeigt Kaschütz seine selbst geschnitten Video-Clips, die mit Klaviermusik unterlegt sind. Oder Bilder, in denen er den Bauch eines ComputerPoint-Kollegen wegretuschiert hat. „Abnehmen mit dem PC“ nennt er das und freut sich wie ein Lausbub über seinen virtuellen Streich.

Auch bei Hermann Sickinger geht nichts ohne Computer oder Internet. Das hat aber vor allem damit zu tun, dass der 68-Jährige als Vorsitzender im Heim-Rat des Seniorenheims Curanum und Leiter des Clubs Behinderter und ihrer Freunde (CBF) sehr umtriebig ist. „90 Prozent meiner PC-Nutzung ist beruflich.“

Auch in den Seniorenheimen wird der Computer immer mehr zum Thema. Im Olchinger Laurentiushaus kommen inzwischen öfter alte Menschen mit einem ganz besonderen Anliegen ins Büro: Sie wollen dort ihre E-Mails anschauen. Denn einen eigenen Computer mit Internetanschluss für die Senioren gibt es in dem Heim noch nicht.

Für Heimleiter Scherer eigentlich eine unhaltbare Situation. „Das muss sich ändern. Es kann nicht sein, dass die Omis und Opis abgeschnitten sind.“ Er hat schon einen Antrag für einen öffentlichen Terminal gestellt. „Aber der wurde aus fiskalischen Gründen nicht genehmigt.“

Monika Wintergerst vom AWO-Seniorenzentrum in Egenhofen ist sicher, dass sich das ändern wird. „In den nächsten zehn Jahren wird es soweit sein, dass jedes Zimmer einen eigenen Internetanschluss hat.“ Denn ein sinnvoller Umgang mit dem Internet kann Senioren das Leben erleichtern. Wer etwa schlecht hört, hat große Probleme mit dem Telefonieren. Via E-Mail kann er dagegen wieder mit Familie und Freunden kommunizieren. Auch die Urlaubsfotos von den Enkeln sind so viel schneller und unkomplizierter bei Oma und Opa.

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