Sinkende Solarförderung wirkt sich auf Kredite aus

Türkenfeld - Eine gute Jahresbilanz 2013 präsentierte die Raiffeisenbank (Raiba) Westkreis Fürstenfeldbruck bei ihrer Vertreterversammlung im Gasthaus Hartl.

Die Bilanzsumme ist auf knapp 300 Millionen Euro gestiegen, Spareinlagen und Kreditvergaben wuchsen ebenfalls.

Ungetrübt war die Freude dennoch nicht. „Es ist unverkennbar, dass die Zeiten schwieriger werden“, sagte Vorstand Rainer Klügl. Man brauche immer mehr Geschäft, um einen im Verhältnis etwa gleichbleibenden Jahresüberschuss zu erwirtschaften. Der Bilanzgewinn des abgelaufenen Jahres liegt bei 673 000 Euro, von denen gut die Hälfte in Form einer fünfprozentigen Dividende an die rund 6000 Mitglieder ausgeschüttet wird. Der Rest fließt in die Rücklagen.

Klügl unterstrich die Bedeutung einer guten Eigenkapitalquote („Man muss was auf den Rippen haben“), hier liege die Raiba mit gut 24 Prozent über dem Landesdurchschnitt. Vorstandskollege Werner Seissler berichtete, dass man bei der Kreditnachfrage die sinkende Förderung für Solaranlagen zu spüren bekommen habe. Auch die eher verhaltene Bautätigkeit mache sich bemerkbar.

„Der Zuzug in die Region hat nachgelassen“, so Seissler. Das liege sowohl an der zurückhaltenden Ausweisung von Baugebieten als auch an den hohen Spritkosten, die das Pendlerdasein verteuern. Gute Kreditkunden kämen aber nach wie vor aus Handwerk und Landwirtschaft. Im privaten Bereich würden Darlehen vor allem für Modernisierungen und die energetische Sanierung von Eigenheimen nachgefragt.

Immer kleiner wird die Zins- und Provisionsspanne, also die Differenz zwischen den Kreditzinsen, die die Bank einnimmt, und den Einlagenzinsen, die sie an ihre Kunden zahlt. „Die Kreditzinsen gehen runter, die Einlagenzinsen können nicht weiter runter“, so Klügl. Davon profitiere vor allem der Staat als „größter Schuldner im Land“, wie Seissler ergänzte. „Die Zeche für die Bankenrettung zahlen die Sparer und Banken wie wir.“

Eine Gratwanderung sei es auch, bei den Personalkosten die Waage zwischen Kostendisziplin und optimaler Kundenbetreuung zu halten. Staatliche Regularien, die eigentlich auf die Großbanken abzielten, müssten auch von kleineren Geldhäusern erfüllt werden, würden für diese allerdings ungleich mehr Aufwand bedeuten, kritisierten die Vorstände. Etwa 16 Mitarbeiter müsse man allein dafür abstellen, Anfragen der Bankenaufsicht zu bearbeiten.

Rückläufige Zahlen weist das Warengeschäft auf. Gegenüber dem „Superjahr 2012“ seien die Umsatzerlöse um zwölf Prozent gesunken, berichtete Klügl. Schuld sei das kalte und verregnete Frühjahr 2013, das bei den Bauern zu Ernteeinbußen geführt habe. Hinzu kam beim Getreide ein Preisverfall von bis zu 30 Prozent.

Die Versammlung erteilte Vorstand und Aufsichtsrat einstimmig die Entlastung. Auch die Verwendung des Bilanzgewinns sowie einige Satzungsänderungen wurden ohne Gegenstimme beschlossen. Turnusgemäß stand die Neuwahl zweier Aufsichtsräte an. Johann Knoller wurde im Amt bestätigt, der langjährige Aufsichtsratsvorsitzende Josef Metzger stellte sich nicht erneut zur Wahl. Für ihn wurde der 53-jährige Lebensmitteltechnologe Johann Mayer aus Dünzelbach neu in das Aufsichtsgremium gewählt. (os)

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