Infoveranstaltung

So ist die Situation der Flüchtlinge in Olching

Aktuell leben 279 Flüchtlinge in der Amperstadt, verteilt auf mittlerweile nur noch drei Sammelunterkünfte und einige Häuser beziehungsweise Wohnungen. Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise waren es über 400, wie Bürgermeister Andreas Magg (SPD) auf einer Infoveranstaltung sagte, zu der der Helferkreis Asyl eingeladen hatte.

Olching - Das Interesse war groß. Es musste sogar noch mehr Stühle aufgestellt werden.

Olching habe bei der Unterbringung der Flüchtlinge einen entscheidenden Vorteil gehabt, so Magg. „Wir hatten Gebäude, die wir umnutzen konnten.“ Trotzdem sei es eine große Herausforderung gewesen.

In den Sammelunterkünften leben derzeit 112 Fehlbeleger, also anerkannte Flüchtlinge, die das Heim eigentlich verlassen müssten. Deshalb werden Wohnungen gesucht. „Es gibt auch in Olching Wohnungen, die leer stehen“, sagte Magg. Zum Beispiel Einliegerwohnungen, solche, die nicht komplett abgeschlossen oder nicht gut geschnitten sind. Diese würden dringend gebraucht.

„Die Wohnungsuche ist ein frustrierendes Geschäft“, berichtete Wolf Kohlrausch vom Helferkreis. Der aktuelle Bedarf liege bei rund 30 Wohnungen. Kohlrausch geht aber davon aus, dass es mehr werden. Obwohl die Vermittlung schwer ist, gebe es aber auch Fälle, wo sie gelungen ist. So wie bei Simon und Achmed, beide Anfang/Mitte 20. Der Deutsche und der Palästinenser leben zusammen in einer WG. Demnächst soll Abdullah aus Syrien dazustoßen. Zwar habe es anfangs Schwierigkeiten wegen der Sprache gegeben, erzählte Simon. Doch mittlerweile verstehe man sich richtig gut. Eigentlich hätte er eine Studenten-WG gründen wollen. Doch dann habe ihn der Helferkreis angesprochen.

Zur Integration gehört aber nicht nur eine Wohnung, sondern auch Arbeit. Da hilft Alfred Haas den Asylbewerbern. Generell sei die Bereitschaft der Olchinger Gewerbetreibenden groß, Flüchtlinge zu beschäftigen, sagte Haas. Allerdings seien viele unsicher wegen der neuen Regeln der Staatsregierung.

Einige Betriebe beschäftigen bereits Asylbewerber so wie die Bäckerei oder der Hatzlhof. Landwirt Andreas Hatzl beschäftigt sechs junge Männer aus Eritrea vor allem bei der Kartoffelernte oder anderen saisonalen Arbeiten. „Die sind motiviert, hilfsbereit und lernen nebenbei noch deutsch“, berichtete er.

Auch die Stadt will demnächst Arbeitsplätze für Flüchtlinge anbieten, wie Bürgermeister Magg sagte, zum Beispiel im Bauhof.

Für die Flüchtlinge sei es wichtig, dass sie nicht nur vorübergehend beschäftigt werden, erklärte Haas. Denn dann wird ihnen das Geld, das sie bei ihren Einsätzen verdienen, von Hartz-IV abgezogen. „Trotzdem machen das viele, um nicht im Zimmer zu sitzen“, so Haas.  

Der Helferkreis

Vor vier Jahren haben sich das erste Mal Olchinger Bürger getroffen und überlegt, wie sie die Flüchtlinge unterstützen können. Daraus ist der Helferkreis Asyl entstanden, ein loser Zusammenschluss von derzeit rund 150 aktiven Ehrenamtlichen. Ein Verein ist der Helferkreis, der sich ausschließlich über Spenden von Bürgern und Firmen finanziert, nicht. Insgesamt haben sich über die Jahre rund 300 Olchinger engagiert, berichtete Karlheinz Theis vom Helferkreis. Jeder, der helfen möchte, ist willkommen, sofern er keinen Eintrag im erweiterten Führungszeugnis hat. 

2015 wurde eine Kleiderkammer in der Unterkunft an der Hermann-Böcker-Straße eingerichtet. Diese musste wegen Brandschutzgründen dann in die Heckenstraße umziehen. Zudem gibt es eine Radlwerkstatt und Sportangebote. Auch im Bereich der Bildung sind die Ehrenamtlichen aktiv. So geben sie Deutschunterricht, helfen bei den Hausaufgaben und bieten eine Kinderbetreuung an. In den Olchinger Unterkünften leben derzeit 14 Kindergarten-, vier Krippen- und 13 Grundschulkinder sowie 21 Mittelschüler. Weitere Infos zum Helferkreis erhalten Interessierte im Internet auf www.helferkreis-asyl-olching.de.

Eva Dobler

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