Nach Insolvenz der Abendzeitung

Groß-Druckerei in Gernlinden muss schließen

Gernlinden- Die Societäts-Druckerei in Gernlinden stellt ihren Betrieb ein. Vermutlich 100 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz.

Schon seit längerem kursieren Gerüchte in der Gemeinde, jetzt ist es offiziell: Die Societäts-Druckerei steht vor dem Aus. Wie die Geschäftsführung aus Frankfurt mitteilt, wird der Betrieb voraussichtlich bis Ende des Jahres eingestellt. Grund für die Schließung des Gernlindner Standortes ist der Wegfall der Münchner Abendzeitung, die der größte Auftraggeber war. Nach der Übernahme durch die Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Tagblatt wird die Boulevardzeitung seit 1. Juli in Straubing gedruckt. Rund 50 Prozent des Gesamtvolumens hat die Abendzeitung ausgemacht, heißt es aus Frankfurt. Folgeaufträge seien nicht in Sicht. Am Gernlindner Standort arbeiten derzeit noch rund 100 Leute, sehr viele davon wohnen in der Region.

„Teilweise wurden schon Kündigungen ausgesprochen“, sagt Karl-Heinz Kaschel-Arnold, Sprecher der Gewerkschaft ver.di. Schließlich lägen die längsten Kündigungsfristen, die vor allem für langjährige Mitarbeiter gelten, bei sieben Monaten. „Das wäre sonst nicht zu schaffen.“ Die Schließung der Gernlindner Druckerei, die 2001 ihren Betrieb aufgenommen hat, kommt für Kaschel-Arnold nicht überraschend: „Der Druckermarkt allgemein ist ein Krisenmarkt.“ Bisher seien die Zeitungsdruckereien aber verschont geblieben, weil diese in der Regel einen großen Auftraggeber haben. „Es herrscht zudem ein mörderischer Wettbewerb“, so der Verdi-Sprecher. Preise würden gedrückt, wo es nur geht. Eva Dobler

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