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Im Vogelparkt gibt es auch Nandus und Emus.

Verein bittet um Toleranzgröße

So soll Thüringen dem Vogelpark helfen

Olching - Im Streit zwischen Landratsamt und Vogelpark um tierschutzrechtliche Belange zeichnet sich eine Lösung ab. Deswegen will die Stadt vorerst davon absehen, gegen die Behörde zu klagen.

Olching – Vor wenigen Tagen hat ein rund zweieinhalbstündiges Gespräch stattgefunden, an dem unter anderem der Vereinsreferent im Stadtrat, Tomas Bauer (CSU), Veterinäramtsleiter Hans-Werner Merk und Landrat Thomas Karmasin (CSU) teilgenommen haben. Es könnte der Durchbruch in dem seit Monaten schwelenden Konflikt sein. Denn Bauer, der vom den Vogelpark betreibenden Vogelliebhaberverein beauftragt worden war, in der Sache zu vermitteln, und die Landratsamt-Vertreter haben sich auf einen Kompromiss verständigt: Man will im Streit um die erforderlichen Volieren-Größen bei der Vogel-Haltung Richtlinien aus Thüringen anwenden.

Wie berichtet, ist trotz eines Vertrages zwischen Vogelliebhaberverein und Landratsamt die Frage umstritten, wie viel Platz die Tiere bei normaler Haltung beziehungsweise in der Brutzeit bekommen sollen. Dabei geht es im Besonderen um die im März 2015 fertiggestellte Greifvogelanlage. Hier hatte das Veterinärsamt bisher verlangt, dass es deutliche Größenunterschiede beim Platzbedarf gibt, je nachdem, ob die Tiere bloß gehalten werden oder gezüchtet wird.

Weil die Behörde bisher aber keine genauen Vorgaben machen wollte, hat die Stadt, die als Eigentümer des Vogelpark-Grundstückes ebenfalls Vertragspartner ist, der Behörde ein Ultimatum gestellt und mit einer Klage gedroht. Stadtrat Alfred Münch (SPD) hat zudem eine Online-Petition für den Vogelpark initiiert. 1000 Unterstützer haben sich hier bisher eingetragen. Hinzu kommen laut Münch 2500 Unterschriften, die in Olchinger Geschäften und Gewerbebetrieben sowie im Vogelpark direkt geleistet worden sind.

Die Thüringer Richtlinien würden je nach Vogelart eine einheitliche Größe der Volieren vorsehen, wie Bauer im Hauptausschuss des Stadtrates erläuterte. So seien beispielsweise für einen Baumfalken 15 Quadratmeter, für einen Habicht 25 Quadratmeter und für einen Uhu 35 Quadratmeter vorgesehen. Diese Regelung gilt für bis zu zwei Tiere. Für jedes zusätzliche Tier im Gehege würden noch einmal sechs Quadratmeter Fläche benötigt.

Wie der Vereinsreferent ausführte, habe er mittlerweile auch mit den Vogelliebhabern gesprochen. Diese würden sich dem Kompromissvorschlag nicht verweigern, auch wenn es für sie bedeutet, dass sie weniger Tiere halten können als ursprünglich gewünscht. „Ihnen geht es vor allem um Rechtssicherheit“, betonte Bauer.

Das bestätigte der Vorsitzende des Vogelliebhabervereins, Dieter Ernst, der in der Sitzung das Rederecht erhielt. „Wir sind bereit, entsprechende Einschränkungen hinzunehmen“, sagte er. Man wolle wieder zu einem geordneten Arbeitsverhältnis mit dem Landratsamt kommen.

Einziger Knackpunkt könnte noch sein, dass die neuen Volieren in Modulbauweise im Vogelpark nicht ganz mit den Größenvorgaben aus Thüringen harmonisieren. Deshalb will Bauer nun das Landratsamt bitten, eine Toleranzgröße von drei Quadratmetern zuzulassen.

von Stefan Weinzierl

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