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Die Sportgaststätte in Günzlhofen steht seit Jahresbeginn leer. Daneben befindet sich die Krippe (orangefarbenes Gebäude), darüber die Turnhalle. 

Kaum Interessenten für Wirtschaft 

Sorgenkind Sportgaststätte: Vereine müssen selbst Wirt spielen

Seit knapp zwei Monaten ist die Sportgaststätte im Oberschweinbacher Ortsteil Günzlhofen geschlossen. Der letzte Pächter sagte nach 19 Jahren kurz vor Weihnachten Servus. Seitdem steht der Ort ohne Wirtschaft da. Und der Sportverein VSST ohne Heim.

Günzlhofen – Es sieht nicht rosig aus bei der Suche nach einem Nachfolger. Bürgermeister Norbert Riepl hatte im Lindwurm-Kurier, dem Mitteilungsblatt der Gemeinde, die Suche als „schwierig bis nahezu aussichtslos“ beschrieben. „Ein paar wenige Interessenten haben die Wirtschaft besichtigt“, sagte der Rathauschef auf Tagblatt-Anfrage. Das Problem: Es gibt keine Betriebswohnung.

Ein neuer Wirt könnte sofort loslegen. Was an Ausstattung fehle, könne mit einer Finanzspritze der Gemeinde, der das Objekt gehört, ergänzt werden, so Riepl: „Wir sind zu Investitionen bereit. Das würde sich dann an der Pachtdauer orientieren.“

In der jüngsten Klausur-Tagung des Gemeinderats war die Wirts-Suche ein großes Thema. Eine Umwandlung der Gaststätte ist nicht geplant. Riepl: „Der Gemeinderat hat sich keine Alternativnutzung zurechtgelegt.“

Nicht nur für die Bürger ist die Gaststätte ohne Wirt ein Problem. Bei ihren Veranstaltungen sind die Vereine jetzt selber für die Bewirtung zuständig. Jüngst schulterte die Liedertafel bei ihren Theater-Abenden die kulinarische Versorgung der Zuschauer in Eigenregie. Auch beim Kinderball der Hubertus-Schützen sorgten die Mitglieder für Essen und Getränke. Zwar nur mit „Mini-Küche“, wie Schützenmeister Jürgen Lieberam betont, aber mit Erfolg: „Wir würden es auch wieder so machen.“

Besonders bitter ist die Schließung der Wirtschaft für den Sportverein VSST Günzlhofen, speziell die Fußballer. „Am 19. März geht die Rückrunde los mit einem Heimspiel, und unser Verein ist vereinsheimlos“, so VSST-Boss Michael Staudenmeir. Von dem Zeitdruck weiß auch Riepl, sagt aber: „Wir werden das gemeinsam meistern, wir finden einen Weg.“

50 Jahre VSST: Wird nur gegrillt?

Auch der Sportverein versucht, parallel mit dem Rathauschef und dem Gemeinderat, einen Nachfolger für den letzten Wirt Martin Riepl zu finden. Der VSST und der Bürgermeister stehen ständig in Kontakt. „Die Suche läuft auf Hochtouren, von allen Seiten“, betont Staudenmeir.

Auch für das für dieses Wochenende geplante Trainingslager der Kreisliga-Fußballer muss sich der Verein etwas einfallen lassen, was die Versorgung mit Essen und Getränken angeht. Und dann steht heuer auch noch die 50-Jahr-Feier an. An drei Tagen im Juli hat der VSST Festabend, Sommernachtsfest und Turnier geplant. Sollte sich nicht bald ein Wirt finden, muss der Verein selber tätig werden. Der Grill stünde bereit. (Stephanie Hartl)

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