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Symbolträchtiger Akt: der Spatenstich an der A96.

NEUN KILOMETER FÜR 100 MILLIONEN

Bahn frei für dreispurige Lindauer Autobahn

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Die Lindauer Autobahn ist erst seit zehn Jahren komplett fertig, muss aber schon erweitert werden. Weil die Autobahn teilweise an Wohnhäuser grenzt, wird das ganz schön teuer. Am Freitag war Spatenstich bei Germering.

Germering – Die Blasmusik spielt, der Präsident der Autobahndirektion setzt zur Rede an – und prompt werden die Auto- und Lkw-Kolonnen an der A 96 bei Germering langsamer und langsamer. Hupen, Blinken, Stop–and-go – den „Gaffer-Stau“, sagen die Leute vom Autobahnbau, gibt es bei jeder größeren Aktion auf der Baustelle. Über 78 000 Fahrzeuge rollen täglich auf der bisher zweispurigen Lindauer Autobahn im Abschnitt zwischen Germering und Oberpfaffenhofen. Bis 2020 werden die knapp neun Kilometer nun um je eine Fahrspur in beiden Richtungen erweitert.

Am Freitag war symbolischer Spatenstich für das Projekt, ein Festakt direkt neben der Autobahn. Weil die Trasse bei Germering und Gilching dicht an Wohnhäusern vorbeiführt, gibt es „ein Premiumpaket“, wie Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte: Zwei Drittel der 100 Millionen Euro Baukosten verschlingt der Lärmschutz. Es gibt zwei nach einer Seite offene Halbtunnel („Galerie“) bei Gilching und Germering, lärmschluckenden Spezialbelag („Flüsterasphalt“), und an manchen Stellen werden die Schallschutzwände rekordverdächtige 14 Meter hoch.

Die Lindauer Autobahn, sagt der Präsident der Autobahndirektion Südbayern, Wolfgang Wüst, ist erst seit 2006 komplett von München bis Lindau fertig gebaut. Seitdem habe der Verkehr um fast 40 Prozent zugenommen, so dass eine Verbreiterung zumindest im Münchner Westen nötig sei. Es ist eine Modernisierung am offenen Herzen – denn der Verkehr soll während der Bauarbeiten auf zwei (verengten) Spuren in jeder Richtung weiterrollen. Die Autobahntrasse ist aber schon jetzt so breit, dass das möglich ist.

Während nach einigen Vorarbeiten nun ab Montag bei Germering ein Bohrpfahlgerät die nötigen Löcher für die Stützpfeiler der Galerie setzen wird, plant die Autobahndirektion das nächste Projekt: Auch der Abschnitt weiter westlich bis Wörthsee soll nach 2020 sechsspurig verbreitert werden –dann wäre so auch das Ostufer des Ammersees angeschlossen.

Danach allerdings dürfte erst einmal Schluss sein: Denn sowohl der Tunnel Etterschlag als auch der bei Eching sind nur zweispurig dimensioniert, eine Verbreiterung der bestehenden Tunnelröhre ist nicht möglich.

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