Gemeinderat lehnt Zuschuss ab

Sportverein mit nassem Platz sitzt finanziell auf dem Trockenen

Der Haushalt für 2017 steht. Doch schon jetzt ist ein eingeplanter Posten wieder fraglich: Mit knapper Mehrheit lehnte der Gemeinderat vorerst einen Zuschuss von 80 000 Euro an den SV Haspelmoor ab.

Hattenhofen –Der will seinen nassen Platz sanieren, sitzt aber nun finanziell auf dem Trockenen.

In der Haushaltssitzung des Gemeinderats kam nach dem Etat (siehe Kasten) der Antrag des SV auf den Tisch. Dieser will einen seiner beiden Rasenspielplätze sanieren. Das Spielfeld ist so nass, dass dort kein geregelter Betrieb möglich ist.

Die Schwierigkeiten treten wohl verstärkt seit dem viergleisigen Ausbau der Bahnstrecke München-Augsburg auf. Auf einen Rechtsstreit mit der Bahn will man sich aber nicht einlassen, erklärte Gemeinderatsmitglied und SV-Vorsitzender Hans Scherer (UWG Haspelmoor) seinen Kollegen. Die Aussichten auf Erfolg seinen ungewiss – wegen der unklaren Faktenlage und der Konzernpolitik. „Die Bahn klagt durch alle Instanzen“, sagte Scherer, bis sie sich vielleicht einmal geschlagen gebe.

Deswegen hat der SV Angebote für eine Drainage und einen Bodenaustausch eingeholt und will Nägel mit Köpfen machen – 170 000 Euro soll das Ganze kosten. Mit Eigenmitteln und einem Zuschuss des Bayerischen Landessportverbandes (BLSV) soll eine Hälfte gestemmt werden, für die andere Hälfte von rund 80 000 Euro hatte der SV einen Antrag an die Gemeinde gestellt. Ebenfalls beantragt hatte der SV ein zinsloses Darlehen über 30 000 Euro – damit soll die Zeit überbrückt werden, bis die Fördergelder des BLSV fließen.

Doch bei der Abstimmung wurden beide Gesuche mit 6:5 Stimmen knapp abgelehnt. Erfolglos hatte Scherer, der selbst nicht abstimmen durfte, zuvor für die Maßnahme geworben: „Wenn wir es machen, dann machen wir etwas Gescheites, so dass für 25 bis 30 Jahre Ruhe ist.“

Doch einige seiner Ratskollegen waren angesichts der Höhe der Kosten skeptisch. Thomas Waldleitner (Dorfgemeinschaft Hattenhofen) und Andreas Drexl (Junge Wähler) stellten die grundsätzliche Frage, ob man den Rasenplatz so hochwertig sanieren müsse. „Reicht nicht eine günstigere Ausführung“, fragte Waldleitner. Und Drexl argumentierte, allein mit einer Trockenlegung des Platzes sei vielleicht auch schon ein gutes Ergebnis zu erzielen.

Heini Feigl (UWG Haspelmoor) und Hans Scherer dagegen sahen die Ausführung nicht als überdimensioniert an. Feigl sagte, in punkto Platzpflege sei man in Haspelmoor lediglich der Zeit hinterher. „Es ist kein Luxus-Platz, sondern durchaus Standard“, sagte Scherer, und verwies auf andere kleine Gemeinden im Landkreis, wo man ähnliche Plätze angelegt hatte.

Wie es nun weitergeht, ist unklar. Eigentlich hatte der SV einen Baubeginn in diesem Jahr geplant. Im Moment gibt es keinen Ersatz-Fahrplan. fabian Dilger

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