Sprachliche Defizite bei Kindern: Lehrerin fordert Hort in Emmering

Emmering – In der Gemeinde soll ein Hort für Grundschulkinder eingerichtet werden. Das fordert Dorothee von Bary, Lehrerin an der Pestalozzi-Förderschule in Fürstenfeldbruck. Denn immer mehr Grundschulkinder hätten sprachliche Defizite. Ihr Anliegen brachte sie nun in der aktuellen Stunde des Sozialauschusses vor.

„Mir fällt auf, dass immer mehr Kinder sprachliche Probleme haben und Unterstützung bei den Hausaufgaben brauchen“, sagte sie. Die Kommunikation mit Smartphones würde den Wortschatz schmälern. „Teilweise haben die Kinder Verständnisprobleme, wenn wir ihnen Bücher von Astrid Lindgren vorlesen“, so von Bary.

Dass derzeit sprachliche Veränderungen auftreten, bemerkt auch Christel Benzinger, Lehrerin an der Emmeringer Grundschule. Die mangelnde sprachliche Vielfalt sei bei Kindern in ganz Deutschland zu beobachten. In Emmering seien ihr etwa 15 bis 20 Fälle jährlich bekannt, bei denen die fehlende pädagogische Betreuung das Vorrücken in die nächste Klassenstufe gefährde.

Dieses Defizit könnten derzeit nicht alle Eltern ausgleichen. Denn berufstätige Elternteile hätten oft wenig Zeit für die schulische Förderung ihres Nachwuchses. Kinder aus Migrantenfamilien würden zuhause außerdem oft aufgrund von mangelnder Bildung oder Sprachkenntnissen der Eltern nicht genug gefördert, so von Bary.

Die derzeit angebotene offene Mittagsbetreuung könne dem Förderbedarf nicht gerecht werden, ist sie überzeugt. Denn dort gebe es kein pädagogisch ausgebildetes Personal. Somit sei ein Hort mit geschulten Betreuern die optimale Alternative.

„Ich habe dieses Konzept allerdings noch nicht mit der Schulleitung der Grundschule diskutiert“, sagte von Bary. Vor der Fortsetzung der Debatte forderten daher Eberhard Uhrich (SPD) und Konrad Füßl (CSU) mehr Hintergrundinformationen. Erst einmal müsse geklärt werden, in welchem Maß der Hort in Anspruch genommen würde. Monika Aumiller (FW) führte außerdem an, dass eine zweite Ganztagsklasse an der Emmeringer Grundschule auch das Problem lösen könnte.

Auch Bürgermeister Michael Schanderl (FW) wollte mehr Informationen haben, bevor über das Thema weiterdiskutiert wird. „Die Leitung der Grundschule muss sich mit der Gemeindeverwaltung und der Stadt kurzschließen.“ Letztendlich wurde die Debatte auf die nächsten Ausschussitzungen vertagt.  rm

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